Bischof Marx warnt vor "ökonomischem Imperialismus" und Globalisierung

Mendig, 9.6.2002 (KNA). Vor einer Globalisierung der Märkte ausschließlich nach den Interessen Nordamerikas und Europas hat der katholische Trierer Bischof Reinhard Marx gewarnt. "Die Kirche steht einem ökonomischen Imperialismus, der nur die Interessen der Reichen im Blick hat, distanziert gegenüber", erklärte Marx am Wochenende im rheinland-pfälzischen Mendig. Globalisierung ohne soziale Gerechtigkeit sei ein Nährboden für Gewalt. Die reichen Länder sollten den armen Schritt für Schritt Zugang zu ihren Märkten geben. Außerdem müssten die internationalen Organisationen so verändert werden, dass Entwicklungsländer darin Platz und Stimme erhielten. Langfristig muss nach Ansicht von Marx eine Weltordnungs- und Weltinnenpolitik entwickelt werden. Sonst stelle sich die Frage, "ob wir in einen neuen Kolonialismus zurückfallen, wo die reichen Völker diktieren und die armen Völker sich anpassen müssen."

10.6.02

Quelle: http://www.kna.de/nvt/kwna-20020609t111707093.htm