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Frauen auf Donauschiff zu Priesterinnen geweiht | |
| Eine Gruppe von Frauen hat sich auf einem Donauschiff in Österreich zu Priesterinnen weihen lassen. Die Amtskirche erkennt die Weihe, die von dem umstrittenen Erzbischof Romulo Braschi (2. v. r.) durchgeführt wurde, nicht an. |
Die österreichische Bischofskonferenz will die auf einem Donauschiff geweihten Frauen nicht als Priesterinnen anerkennen. Die Weihe der sieben Frauen durch den argentinischen Erzbischof Romulo Braschi sei "ungültig", zitierte die katholische Nachrichtenagentur Kathpress eine Erklärung der Bischöfe. Das Amt sei nach Kirchenrecht nur Männern vorbehalten. Die Frauen wurden zuvor von Braschi auf dem Schiff zwischen Passau und Linz geweiht. Braschi zeigte Verständnis für die Kritik der Amtskirche, hielt aber an seiner Forderung nach Reformen fest.
In der Erklärung der Bischöfe hieß es, "unter Missachtung der Lehre und Tradition der katholischen Kirche" wolle sich eine "kleine Gruppe von Frauen" den Weg zum Weihepriestertum erzwingen. Bereits Mitte Juni hatte der Linzer Bischof Maximilian Aichern ein Bischofswort verlesen lassen, in dem erklärt wurde, die Weihe von Frauen zu Priesterinnen sei "ein grundsätzlicher Bruch mit der Kirche". Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte im Vorfeld von einem "Mummenschanz" gesprochen.
Die Weihe mit 300 Teilnehmern zelebrierte Braschi gemeinsam mit dem Österreicher Ferdinand Regelsberger und einem tschechischen Kollegen. Die sieben Frauen aus Deutschland, Österreich und den USA hatten sich in einem dreijährigen Lehrgang auf ihr Amt vorbereitet. "Wir wollen uns nicht außerhalb der Kirche stellen und wir wollen unter keinen Umständen eine Kirchenspaltung oder eine neue Kirche", sagte die 46-jährige Sprecherin der Frauen, Christine Mayr-Lumetzberger. Ziel sei vielmehr, "Bewegung in eine festgefahrene Kirche zu bringen". Schließlich gebe es immer weniger Priester, so dass die Kirche auf Dauer gar nicht auf die Frauen verzichten könne.
Die Kritik aus Rom beunruhige ihn nicht, sagte Braschi. "Wir werden unsere pastorale Aufgabe entschlossen fortsetzen". Der 60-Jährige gehört der katholisch-apostolischen charismatischen Kirche "Jesus König" an, die der Vatikan nicht anerkennt. Er war während der argentinischen Militärdiktatur auf Distanz zur katholischen Kirche gegangen, wurde aber nie exkommuniziert. Die Kirche "Jesus König" mit Sitz in München hat 13.000 Mitglieder in aller Welt.
Die FDP begrüßte die durch die Priesterinnenweihe entstehende intensive Diskussion um die Rolle der Frauen innerhalb der Kirche. Die Weihe sei zwar kirchenrechtlich ungültig und das Verfahren zweifelhaft, erklärte die kirchenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Marita Sehn. Aber das zu Grunde liegende Anliegen sei trotzdem berechtigt.
29.6.02