

Soll die Katholische Familienbildungsstätte ihr 50-jähriges Bestehen 2007 nicht erleben dürfen? Diese Frage stellt die katholisch-kritische Gruppe „Wir sind Kirche“ (WSK) in Hanau, nachdem ihr zu Ohren gekommen ist, dass der Fortbestand der Familienbildungsstätte im Bangert womöglich gefährdet ist. Nach WSK-Informationen lassen die Verantwortlichen in Fulda die Pfarrer in Hanau genauso wie die Leitung der Familienbildungsstätte „seit Wochen im Unklaren“ darüber, wie es personell im Sekretariat und wie es finanziell mit der „beliebten katholischen Einrichtung“ weitergehen soll.
In Zeiten zurück gehender Kirchenbindung bei gleichzeitig wachsender Konkurrenz anderer Glaubengemeinschaften und insbesondere von Sekten hält es die WSK-Gruppe Hanau für „unverantwortlich, die Familienbildungsstätte in ihrem Bestand zu gefährden“. Über fast 50 Jahre hätten alljährlich mehrere tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter vor allem Eltern und Kinder, von der „segensreichen Arbeit“ der Bildungsstätte profitiert. Diese stehe für eine zeitgemäße Wertevermittlung in der Erziehung und vermittle insofern ein positives Bild der katholischen Kirche. Das dürfe Fulda „nicht aufs Spiel setzen“, findet die WSK-Gruppe.
Als „inhaltlich bedeutungsvoll“ habe sich in den vergangenen Jahren speziell das Angebot der Bildungsstätte für Trauernde herausgestellt. Hier habe die katholische Kirche in Hanau neues Profil gewonnen. Die beabsichtigte Fortentwicklung dieses Angebots hänge ursächlich von der Bildungsstätte ab. Hier dürfe die katholische Kirche „keine Chance vertun, ihre Nähe zu den Mühseligen und Beladenen zu zeigen“.
Hinzu komme, dass das Dechant-Diel-Haus der Stadtpfarrei Mariae Namen, in dem die Familienbildungsstätte untergebracht ist, erst vor zwei Jahren aufwändig umgebaut und saniert wurde. Wenn nun der größte Mieter neben der Caritas wegfallen würde und ein adäquater Ersatz kaum zu finden wäre, meint die WSK-Gruppe, „dann läuft die katholische Kirche in Hanau Gefahr, sich lächerlich zu machen“.
Hanau, den 29. Juni 2006
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