Evangelischen Kirche fordert islamischen Religionsunterricht

Düsseldorf (ddp-nrw). Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, drängt in der Debatte um die Integration von Muslimen auf die Einführung von islamischem Religionsunterricht an den Schulen. Ein solcher Unterricht in deutscher Sprache, mit einem festgelegten, staatlich kontrollierten Lehrplan und mit an deutschen Universitäten ausgebildeten Lehrkräften sei ein wichtiger Baustein zur Integration, sagte Schneider am Mittwochabend in Düsseldorf.

Islam-Unterricht, der nicht nur sprachlich abgeschottet in Hinterzimmern der Moscheen stattfinde, schüre durch seine fehlende Transparenz und Kontrolle Angst, warnte der Präses der zweitgrößten deutschen Landeskirche. Er behindere Integration, Offenheit, Verständnis und Vertrauen. «Das kann sich eine Gesellschaft nicht leisten», hob er hervor. Schneider warnte zugleich davor, nur einseitig von den Muslimen etwas einzufordern. Auch die integrierende Gesellschaft habe Verpflichtungen.

Gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) besuchte Schneider am Donnerstagmorgen eine Schulstunde «Islamische Unterweisung» an einer Gesamtschule in Duisburg-Marxloh. Die Einführung von islamischen Religionsunterricht war in NRW bisher gescheitert, weil die Landesregierung auf Seiten der Muslimen keinen zentralen Ansprechpartner hatte.

 

2. Dezember 2004

Nach: Quelle: http://de.news.yahoo.com/041202/336/4bku8.html