Erzbischof Schick: Kirchliche
Angestellte zu teuer
Bamberg, 9.3.2004 (KNA). Angesichts der kirchlichen Finanznöte stellt der
Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die Tarife für kirchliche Angestellte in
Frage. "Beamtenrecht, BAT und KODA-Regelungen drohen eine Diözese nach der
anderen in Deutschland zu strangulieren", sagte Schick am Dienstag in
Bamberg. Tarifvereinbarungen sowie Arbeitszeit-, Urlaubs- und
Ruhestandsregelungen sowie Zusatzversorgungen müssten unverzüglich auf den
Prüfstand.
Auf Grund der in finanziell guten Zeiten abgeschlossenen Arbeitsverträge
könnten die Bistümer keine zukunftsträchtigen Investitionen mehr tätigen,
erklärte Schick. Die Personalkosten belasteten die Diözesanhaushalte mit
teilweise mehr als 80 Prozent. Das kirchliche Arbeitsrecht müsse flexibler
und solidarischer werden und sich stärker am Gemeinwohl orientieren. Nur
wenn alle Mitarbeiter von ihren Besitzständen abrückten, hätten etwa junge
Theologen in Zukunft eine Chance auf Anstellung. Die arbeitsrechtlichen
Vereinbarungen der Kirche müssten Modellcharakter für die Gesellschaft
haben.
Mitarbeitervertreter lehnt Vorschlag ab
Der Sprecher der Mitarbeiterseite der Bayerischen Regional-KODA, Joachim
Eder, wies auf Anfrage den Vorstoß des Erzbischofs zurück. Forderungen nach
einem Abrücken vom Tarifniveau des Öffentlichen Dienste seien nicht
hinnehmbar. Darauf hätten sich die bayerischen Mitarbeitervertretungen
bereits im vergangenen Herbst verständigt. Die Freisinger Bischofskonferenz
hatte in einem Grundsatzbeschluss 1995 die Anlehnung an den Tarif des
Öffentlichen Dienstes festgelegt. Laut Eder können die Bischöfe das
Tarifrecht nicht einseitig verändern.
Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040309t151518031.htm