Anfang vom Ende der Meinungsfreiheit in Europa?
Man kann von Art und Form der Äußerungen van Goghs zum Islam halten was man will. Eine Kritik von muslimischer Seite an den Äußerungen van Goghs zum Islam ist durchaus nachvollziehbar. Rechtfertigt das aber seine Ermordung?
.......In letzter Zeit arbeitete sich der Provokateur
vornehmlich am Islam ab, dessen Anhänger er mit dem Prädikat „Ziegenficker”
bedachte. Den Propheten Mohammed nannte er einen „pädophilen Vergewaltiger”,
und der Vorsitzende einer radikal-islamischen Organisation in den Niederlanden
war für ihn nur „der Scheißer des Propheten”. Morddrohungen zog ein Film nach
sich, den er gemeinsam mit der rechtsliberalen Abgeordneten Ayaan Hirsi Ali
produziert hatte. Vier teils verstümmelte Frauen erzählen in „Submission” ihre
grausamen Geschichten. Unter ihren durchsichtigen Ganzkörperschleiern scheinen
frauenfeindliche Koranverse durch, die man ihnen auf den nackten Körper
kalligraphiert hat.
Der Film sollte auf die Mißhandlung von Frauen
in islamischen Kreisen aufmerksam machen. Hirsi Ali, die sich als „Exmuslimin”
bezeichnet, in Somalia geboren wurde und vor einem Ehearrangement später aus
Kenia flüchtete, wurde unter Polizeischutz gestellt. Van Gogh hielt das für
sich nicht für nötig. „Wer schießt schon auf den Dorfdeppen?” fragte er in
einem Interview. Am vergangenen Dienstag erschoß der 26 Jahre alte Mohammed B.
auf offener Straße den „Dorfdeppen”, schnitt ihm die Kehle durch und rammte ihm
zwei Messer mit daran befestigen Botschaften in den Leib.
Frontstaat im „Kampf der Kulturen”
Die archaische Brutalität eines Ritualmordes
sandte Schockwellen durch die Niederlande und schien van Gogh postum recht zu
geben. War das Land nicht längst zu einem Frontstaat im "Kampf der
Kulturen" geworden? War van Gogh das erste Opfer in einer Schlacht um die
Entscheidung zwischen westlichen Werten und dem Gesetz des "islamistischen
Dschungels"? ............
7.11.04
Nach: Theo van Gogh, Holland erschreckt über sich selbst, Von Michael Borgstede, Amsterdam