Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis für Hasenhüttl

 

Trier/Saarbrücken (ddp-rps). Der bereits suspendierte Saarbrücker Priester und Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl darf nicht mehr unterrichten. Mit dem Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis habe der zuständige Trierer Bischof Reinhard Marx auf die Suspendierung «das Sahnehäubchen draufgesetzt», sagte Hasenhüttl am Mittwoch auf ddp-Anfrage. Bischof Marx habe ihn im Mai, Juni und Anfang Dezember in verschiedenen Schreiben aufgefordert, zu bereuen und ihm ein Ultimatum bis zum 10. Dezember gesetzt.

 

Hasenhüttl war von Marx suspendiert worden, weil er auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin im Mai 2003 bei einer inoffiziellen gemeinsamen Abendmahlfeier auch Protestanten in die Eucharistie einbezogen hatte.

 

Nach Ansicht von Hasenhüttl wollte Bischof Marx mit dem Entzug der Lehrerlaubnis ein Exempel statuieren, um seine Autorität zu untermauern. Der Trierer Bischof habe kurz vor dem Katholikentag in Mai in Saarbrücken ein Zeichen setzen und noch einmal eine klare Grenze zwischen Katholiken und Protestanten ziehen wollen, sagte der 72-Jährige. Der Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis treffe ihn zwar, aber er habe Pläne für die Zukunft, die von dem Lehrverbot nicht berührt würden. Er werde Vorträge halten und Bücher schreiben.

 

Da Hasenhüttl mehrfach geäußert habe, dass er nicht einlenken wolle, habe sich Bischof Marx dazu gezwungen gesehen, teilte das Bistum Trier am Mittwoch mit. Wer in gravierenden Dingen im Dissens zur kirchlichen Autorität stehe und nicht bereit sei, die kirchliche Ordnung zu beachten, der könne nicht im Namen der Kirche lehren, begründete Bischof Marx seinen Schritt in einem Schreiben von Montag.

 

4. Januar 2006

Nach: http://de.news.yahoo.com/04012006/336/hasenhuettl-darf-lehren.html