...In der Kirche dürfe es keine passive
Toleranz geben, sagte Grohe weiter " Tolerierung menschenfeindlicher
Ideologien und menschenverachtender Handlungen ist für evangelische Christen
ausgeschlossen," heißt es im Text.
Die Kirche sei
"ein Ort des Widerstands gegen politischen Extremismus, gegen Rassismus
und Antisemitismus", heißt es weiter. Sie wende sich gegen "alle
politischen und religiösen Praktiken, die Menschen an Leib und Seele Schaden
und Leid zufügen".
Sie lehne "jede
religiös begründete Diskriminierung". Dazu gehörten unterschiedliche
Rechte für "Gläubige" und "Ungläubige". In k1aren Worten
wolle sie gegenüber Staat und Wirtschaft für sozial gerechte und menschenwürdige
Verhältnisse eintreten und einem auf materielle Bedürfnisse reduziertem
Menschenbild widerstehen, das Konsum als Heilverheißung stilisiere. Auch will
sie nicht zulassen, dass Menschen mit geringerer Bildung als Unterschicht
diskriminiert werden.
Grohe mahnte die
Synodalen, in Berlin nicht zu Mädchenbeschneidung, Zwangsverheiratung oder so
genannten Ehrenmorden in Deutschland zu schweigen. Das wäre "kein Respekt
vor anderen Kulturen" sondern "schändliche Respektlosigkeit"
gegenüber Opfern menschenfeindlicher Traditionen, sagte er.
Nach: Frankfurter Rundschau, 8.11.05, S. 5