Basel - Die
Baselbieterin Monika Wyss ist am Nachmittag auf einem Bodensee-Schiff als erste
Schweizerin zur Priesterin geweiht worden. Ihr und zwei ebenfalls geweihten
Frauen droht die Exkommunikation aus der katholischen Kirche. (bert/sda)
Es sei kein Müssen,
sondern eine natürliche Sache Priesterin zu werden, sagte Monika Wyss in einer
Medienveranstaltung vor der Weihe. Alle Menschen hätten das gleiche Recht, die
direkt Nachfolge Christi anzutreten. Christus selbst sei für Nächstenliebe und
Toleranz eingestanden.
Nach katholischem Kirchenrecht haben
nur getaufte Männer das Recht auf die Priesterweihe.
Mit Monika Wyss wurden die Deutsche
Regina Nicolosi, sowie die Amerikanerin Jane Via zu Priesterinnen geweiht. Das die
katholische Kirche die Priesterinnenweihe kaum akzeptieren wird, ist auch den
zukünftigen Priesterinnen klar. Sie rechnen mit der Exkommunikation.
Auch unter dieser Drohung würden sie
sich weder verstecken noch aus der katholischen Kirche austreten. Auch ein
Übertritt zum protestantischen Glauben komme nicht in Frage. Vielmehr wollten
die Frauen weiterhin Rechte innerhalb der katholischen Kirche reklamieren, wie
sie sagten. Unterstützt werden sie von der theologischen Gruppierung
Römisch-Katholische Priesterinnen Europa- West.
Aus diesem Kreis haben drei
promovierte Theologinnen, die als Bischöfinnen wirken, die zukünftigen
Priesterinnen ausgebildet und die Weihe auf dem Bodensee-Schiff «Rhyneck»
vorgenommen. Die Weihe erfolgte nach katholischem Ritus.
Sie werden keine Kleriker aber
praktizierende Priesterinnen sein, erläuterten die Frauen ihre zukünftige
Rolle. Monika Wyss sagte, sie sei bereits Taufen und Hochzeiten angefragt
worden. Sie werden dafür zur Verfügung stehen. Finde sie eine Kirche, nehme sie
die Feiern dort vor, sonst im privaten Rahmen.
24.6.06
Quelle: http://www.news.ch/Drei+Frauen+zu+Priesterinnen+geweiht/245166/detail.htm