Caritas
distanziert sich von Diakonie
Muß
Gohde gehen?
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Berlin Man stimme darin überein, "dass eine Senkung passiver
Leistungen notwendig ist, um ein dauerhaft tragfähiges und finanzierbares
Leistungssystem zu erhalten", heißt es in einem Schreiben der
Sozialverbände gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden. Der Brandbrief,
in dem schärfere Gesetze gefordert werden, ist adressiert an das Arbeits- und
Finanzministerium sowie an die Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag
vertretenen Parteien. Die "besorgniserregende Finanzentwicklung"
angesichts der unerwartet hohen Zahl von Leistungsempfängern zwinge zum
Handeln, heißt es darin.
Die bisher von der großen Koalition beschlossenen Verschärfungen reichten nicht
aus. "Es geht nicht darum, Regelsätze zu senken, sondern das
Leistungsrecht so zu schärfen, dass Anreize für Arbeit im Mittelpunkt stehen
und die Leistungen auf tatsächlich Bedürftige konzentriert werden", heißt
es. Um dies zu erreichen, müssten "die gegenwärtigen Anspruchsgrundlagen
und -voraussetzungen im SGB II einer kritischen Prüfung unterzogen
werden". Eine "grundlegende Revision" des Hartz-IV-Gesetzes
"muss darauf ausgerichtet werden, die Inanspruchnahme von Sozialleistungen
zurückzuführen und verstärkt Erfolge der Wiedereingliederung zu erzielen".
Der
Caritasverband distanzierte sich.
Weitere Kürzungen hätten zur Folge, "dass das soziokulturelle
Existenzminimum gefährdet wäre", sagte Präsident Peter Neher. Für den
Paritätischen Wohlfahrtsverband sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider:
"Angesichts des Umfangs sozialer Not sind weitere Leistungskürzungen
unverantwortlich." Thomas Maron
Frankfurter Rundschau, 19.5.06, S. 1
Quelle: http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=886224&
Sozialverbandschefs ernten auf breiter Front Kritik für
den Vorschlag, Langzeitarbeitslosen die Leistungen zu kürzen
Mit ihrer Forderung nach Leistungskürzungen für Langzeitarbeitslose
haben führende Wohlfahrtsverbände heftigen Widerspruch auch in den eigenen
Reihen ausgelöst. Einigen in der großen Koalition im Bundestag könnte der
Vorstoß der Verbände als Anlass für weitere Sozialkürzungen dienen.
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Berlin Am deutlichsten gingen am Freitag
Vertreter des Diakonischen Werks mit ihrem Verbandsoberen ins Gericht.
"Völlig unabgestimmt" und "nicht die Position der Diakonie"
sei die Forderung nach Kürzungen für Langzeitarbeitslose, empörte sich die
Leiterin des Diakonischen Werks Hamburg, Annegrethe Stoltenberg. Die Äußerungen
von Diakonie-Chef Jürgen Gohde entsprächen nicht der Meinung des Verbandes,
kritisierte auch der Vorsitzende des Diakonischen Rates der Evangelischen
Kirche, Eberhard Cherdon.
Gohde hatte in einem gemeinsamen Brandbrief mit den Chefs von Arbeiterwohlfahrt
(AWO), Deutschem Roten Kreuz und Kommunalen Spitzenverbänden eine
"grundlegende Revision" der Hilfsleistungen für Langzeitarbeitslose
gefordert. Angesichts eines "dramatischen Anstiegs von Fallzahlen"
und einer "besorgniserregenden Finanzentwicklung" müsse die
Inanspruchnahme von Hartz IV eingeschränkt werden, hatten die Chefs der drei
Wohlfahrtsverbände in ihrem als "persönliche Erklärung" deklarierten
Schreiben gemahnt. Vor allem die "passiven Leistungen" für
Langzeitsarbeitslose müssten gekürzt werden.
Andere
Sozialverbände wie Caritas und Paritätischer Wohlfahrtsverband, hatten sich von
diesem Spar-Vorstoß distanziert.
Ihre umstrittene Stellungnahme hatten die Verbandschefs mit ihren eigenen
Spitzengremien nicht abgestimmt. Für eine Rückkopplung hätte man zu lange bis
zur nächsten Gremiensitzung warten müssen, begründet AWO-Bundesgeschäftsführer
Rainer Brückers den Alleingang. Dass die Forderung nach Leistungseinschnitten
auf Widerspruch stoßen würde, hat man offenbar erwartet. "Es erstaunt uns
nicht, dass einige erstaunt sind", so Brückers zur FR . Bisher halte
sich bei der AWO aber die Kritik "noch in Grenzen. Wir müssen die
Leistungen auf diejenigen beschränken, die sie wirklich brauchen",
erläuterte er. Anders ließen sich soziale Aufgaben nicht mehr bezahlen.
Auch in der SPD stieß die Initiative der Sozialverbände, die einst vor
massivem Sozialabbau durch Hartz IV gewarnt hatten, auf Unverständnis. Was die
Verbandschefs in ihrem Brandbrief forderten, "hat uns irritiert",
hieß es aus der SPD-Bundestagsfraktion. Statt über Leistungskürzungen nachzudenken,
sollten die Verbände lieber neue Beschäftigungsfelder für Arbeitslose suchen.
"Die Zahl der Langzeitarbeitslosen kann nicht weiter durch
Leistungskürzungen vermindert werden", betonten SPD-Fraktionsvize Ludwig
Stiegler und Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner.
In seinem "Politischen Bericht" an die Fraktion sprach sich auch
SPD-Fraktionschef Peter Struck gegen Leistungskürzungen aus. Teile der Union
drängen jedoch auf Einsparungen bei Hartz IV. Einige wollen dazu den
monatlichen Regelsatz senken. Auch das Übergangsgeld, das bisher den
finanziellen Absturz beim Wechsel vom Arbeitslosengeld I zum ALG II abfedert,
könnte gekürzt werden. Zugleich erwägt die Union jedoch, älteren Arbeitslosen
mehr unantastbares Vermögen zuzugestehen. Vera Gaserow
Frankfurter Rundschau 21.5.06
Quelle: http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=887031&
Muss
Diakonie Chef Gohde seinen Hut nehmen?
Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, schlagen die Äußerungen von Gohde in der Diakonie große Wellen. Die Erklärung von Gohde zu Hartz IV seien innerhalb der Diakonie nicht abgestimmt. Mehrerer Diakonie Chefs aus den einzelnen Landeskirchen sollen, so wird berichtet, einen Putsch gegen Gohde planen. Ziel, ihren Verbandoberen abzusetzen. Werden sie Erfolg haben? Es geht um die Glaubwürdigkeit der Diakonie, auch in Zukunft noch als Anwalt für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft ernst genommen zu werden. Auch wird bereichtet, dass Caritas Deutschland im Bereich von Hartz IV nicht mehr mit der Diakonie zusammenarbeiten will.
21.05.2006
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