Chronologie der Bemühungen zur Einführung des Diakonats der Frau

 

Die Philosophin und Ordensfrau Edith Stein hält in den 30er Jahren die Wiedereinführung des Diakonates der Frau für eine konsequente Folge der veränderten (gleichberechtigten) Stellung der Frau.

 

Gleichzeitig mit der Diskussion um den Ständigen Diakonat für Männer wird ­- wenn auch vereinzelt - in den 50ern und 60ern der Diakonat der Frau erörtert.

 

 

1969  Mit der Gründung des IDZ (Internationales Diakonatszentrum) in Freiburg (heute Rottenburg-Stuttgart) nach Einführung des Ständigen Diakonats für Männer in Freiburg wird die wissenschaftliche Diskussion zum Diakonat der Frau bis            heute geführt.

 

1975    Auf der Würzburger Synode werden zahlreiche Eingaben zum Diakonat der Frau gemacht. Nach mehreren Gutachten bittet die Synode im Votum 3 den Papst "angesichts der gegenwärtigen pastoralen Situation womöglich Frauen zur Diakonatsweihe  zuzulassen."     

 

Dieses Votum wird in der Folgezeit von zahlreichen Gremien (u.a Bischöfl. Studienkommission 1976, Schreiben der deutschen Bischöfe 1981 "zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft", Kommission der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Bistumstag Aachen 1996), Gruppen und Verbänden unterstützt.

 

18.6.93/19.5.95   Fachtagungen im Franz-Hitze-Haus in Mainz mit dem Thema "Diakonat der Frau - eine Chance für die Zukunft?"

 

1995   Die Canon Law Society of America hält die Ordinierung von Frauen zu Ständigen Diakoninnen für möglich und wünschenswert. Die dazu benötigte Änderung von CIC 1024 hat durch eine Gesetzgebung oder durch individuelle Konzessionen des Apostolischen Stuhles (Indult) an Bischofskonferenzen zu eschehen.

 

Nov. 1995  Zwei Millionen Gläubige des deutschen Sprachraums stimmen im Rahmen des Kirchenvolksbegehrens auch für den Diakonat der Frau.

 

Juni 1996   Auf der 1. Europäischen Frauensynode wird WOW als Dachverband von weltweiten Frauenordinationsbewegungen gegründet.

 

6. Juni 1996    "Netzwerk Diakonat der Frau" im Franz-Hitze-Haus gegründet

 

1.-7. April 1997   Internationaler theologischer Fachkongress "Diakonat - ein Amt für Frauen in der Kirche - ein frauengerechtes Amt?  in der Kath. Akademie Stuttgart-Hohenheim. Die Teilnehmer/innen verabschieden ein Votum, das die Bischöfe ersucht, ein Indult (s.o.) zu erwirken, das die Ordination von Frauen zu Diakoninnen in ihren Diözesen ermöglicht.

 

Im direkten Anschluss an den Kongress wird das 1996 bundesweit gegründete "Netzwerk Diakonat der Frau" durch eine Satzung bestätigt, dessen Ziel die Einführung des sakramentalen Ständigen Diakonats für Frauen in der römisch­katholischen Kirche ist. Der Arbeitskreis nimmt sofort die Arbeit auf: Erstellung einer Ausbildungsordnung für Frauen auf der Grundlage der qualifizierten Vorlage des Bistums Rottenburg-Stuttgart für männliche Diakone.

 

20./21.Nov. 1998    Informationswochenende des Netzwerkes Diakonat der Frau für Bewerberinnen des ersten, dreijährigen Ausbildungsganges zur Vorbereitung von Frauen auf den Diakonat (Diakonatskreis)

           

17.-19.Sept. 99   Trotz großer Schwierigkeiten: Beginn der Ausbildung des Diakonatskreises bei den Franziskanerinnen in Waldbreitbach mit dem ersten von insgesamt 18  Wochenenden und dazugehöriger Exerzitien.       

 

Juli 2002    1.Internationale WoW-Konferenz in Dublin/Irland. In den Resolutionen wird die Leitung der römisch-katholischen        Kirche u.a. aufgefordert, den Diakonat der Frau wieder einzurichten.   

 

14.Sept.2001    Vat. Notifikation (letzte Abmahnung) über die Medien: Anweisung an alle Diözesanbischöfe, "die bereits in einigen Ländern eingeführte Vorbereitung von Frauen zum Weiheamt  des Diakonats zu verbieten".

           

21.Sept.2002    13 Frauen haben ihre Ausbildung im 1.Diakonatskreis für Frauen 1999-2002  mit Seminarwochenenden, diakonalen Praktika und einer pastoral-theologischen Prüfung erfolgreich   abgeschlossen.  Der feierliche Gottesdienst endet mit der Übergabe der Zertifikate.

           

17. Okt. 2002     Die internationale Theologenkommission teilt das Ergebnis ihrer fünfjährigen Beratung zum Diakonat für Frauen mit: "Die in der frühen Kirche tätigen Diakoninnen seinen nicht      dasselbe gewesen wie männliche Diakone. Daher "neige" die Kommission eher zum ,Ausschluss" einer solchen Weihe von Frauen".

           

Nov. 2002     Einladung an eine Frau aus dem Diakonatskreis zur Teilnahme an der Konferenz   "Shaping Change"            (Veränderung Gestalt geben) in Tasmanien/Australien, um über den Diakonat der Frau zu sprechen.  

 

Sept. 2003     Vorgesehener Beginn des 2. Diakonatskreises für Frauen 2003-2006. Der Kurs nennt sich jetzt "Ausbildungskurs für Leitungsdienste in einer diakonischen Kirche".