![]()
Düsseldorf · 12. Oktober · ap · Die deutschen Behörden haben den selbst
ernannten "Kalifen von Köln", Metin Kaplan, in die Türkei
abgeschoben. Der Islamistenführer wurde am Dienstagabend vom Düsseldorfer
Flughafen aus mit einem Privatjet ausgeflogen. Zuvor hatte das
Verwaltungsgericht Köln entschieden, Kaplan könne trotz der noch laufenden
Revision beim Bundesverwaltungsgericht den türkischen Behörden überstellt
werden (Az: 12 L 1418/04).
Bundesinnenminister Otto Schily bezeichnete Kaplans Abschiebung als "gutes
Zeichen für die wehrhafte Demokratie". Davon gehe die
"Symbolwirkung" aus, "dass jemand, der gegen die
Verfassungsordnung arbeitet, in unserem Land nichts zu suchen hat".
NRW-Innenminister Fritz Behrens erklärte: "Der Rechtsstaat zeigt, dass er
gegen Islamisten wie Metin Kaplan konsequent vorgeht." Die Familie Kaplans
bleibe vorerst hier. Weitere Rechtsmittel könne Kaplan jetzt von der Türkei aus
einlegen.
Frankfurter Rundschau; 13.10.04, S. 1