Deutlich weniger Kirchensteuern als erwartet

Berlin, 30.6.2004 (KNA). Die katholische Kirche nimmt in diesem Jahr
offenbar deutlich weniger Kirchensteuern ein als erwartet. Die
Steuerkommission der Deutschen Bischofskonferenz geht nach einem am Mittwoch
vorab veröffentlichten Bericht der nordostdeutschen Kirchenzeitungen von
einem Rückgang von mindestens acht Prozent aus. Für 2005 kalkulierten die
Generalvikare schon jetzt mit Mindereinnahmen in Höhe von zehn Prozent.

Der Geschäftsführer der Steuerkommission, Elmar Niclas, sagte demnach, statt
des erwarteten Minus von fünf Prozent für 2004 betrügen die Mindereinnahmen
bezogen auf die nordrhein-westfälischen Bistümer bis Mai im Schnitt 8,18
Prozent. Noch sei die Lage "ziemlich chaotisch". Der Rückgang schwanke von
Diözese zu Diözese stark und liege zwischen 5,7 und 15,5 Prozent. Erst am
Ende des Jahres sei konkret erkennbar, wie viel Geld tatsächlich fehle.

Da Urlaubs- und Weihnachtsgeld häufig bereits gekürzt seien, wird laut
Niclas das Steueraufkommen nach der Sommerpause nicht mehr wie früher die
erste Jahreshälfte mit ihren schwächeren Einnahmen ausgleichen. Als
Hauptursache für die Entwicklung nannte der Steuerkommission-Geschäftsführer
die wirtschaftliche Entwicklung und die Steuerreform. Hohe
Arbeitslosenzahlen und eine schlechte konjunkturelle Lage schlügen direkt
auf die Haushalte der Bistümer durch.

Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20040630t112407109.htm