DGB und Kirche strikt gegen Feiertags-Streichung

Berlin (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die katholische Kirche haben sich strikt gegen eine Abschaffung von Feiertagen ausgesprochen. Von Handwerkspräsident Dieter Philipp bekam Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) dagegen Rückenwind für seinen Vorschlag, über die Streichung von Feiertagen nachzudenken, um die Arbeitszeit wieder zu verlängern.

DGB-Chef Michael Sommer forderte Clement auf, nicht «jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben». Die Deutschen hätten «zunächst mal zu wenig Arbeit», sagte er dem Fernsehsender N24. «Der Wolfgang soll seinen Job tun als Beschäftigungsminister, dann tut er was Gutes», fügte Sommer hinzu. Clements vornehmste Aufgabe sei es, Beschäftigung zu schaffen, und nicht «den Leuten die Feiertage zu nehmen».

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, argumentierte, die kirchlichen Feiertage seien zu wichtig, als dass man einfach je nach Kassenlage oder wirtschaftlicher Konjunktur über sie verfügen dürfe. Ein Verzicht auf einen Feiertag könne nur in Erwägung gezogen werden, wenn die theologische, liturgische und pastorale Begründung für seine Beibehaltung entfallen sei, sagte Lehmann der «Saarbrücker Zeitung» (Mittwoch). «Auch Menschen, denen sich der religiöse Gehalt der Feiertage nicht erschließt, schätzen sie als Tage der "Arbeitsruhe und seelischen Erhebung", wie es das Grundgesetz ausdrückt.»

Handwerkspräsident Philipp sprach sich dagegen für weniger bezahlte Feiertage aus. Gleichzeitig forderte er, die Feiertage so zu organisieren, dass keine Brückentage mehr möglich sind. Diese störten gerade kleine Betriebe in ihrer Disposition und Auftragsbearbeitung und legten oft ganze Verwaltungen lahm, sagte Philipp der Tageszeitung «Die Welt».

18. Juni 2003

Quelle: http://de.news.yahoo.com/030618/3/3hy0r.html