Christliche Unternehmer für Reformen zu Gunsten von Schwachen

Oberhausen, 7.3.2004 (epd). Führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik und
Kirchen haben für Reformen in Deutschland zu Gunsten von wirtschaftlich
schwachen Menschen plädiert. Auf der bundesweit ersten Christlichen
Wirtschaftskonferenz am Wochenende in Oberhausen kritisierte die
nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne)
Massenentlassungen bei gleichzeitig steigenden Managergehältern. Vor rund
750 Unternehmern und Führungskräften forderte die Grünen-Politikerin eine
stärkere Beachtung von Werten wie Gerechtigkeit und Umweltschutz im
wirtschaftlichen Handeln.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, warnte
vor einer "gnadenlosen Gesellschaft", die den Menschen allein nach seiner
Leistungsfähigkeit beurteile. Ein Unternehmer dürfe nicht allein am Gewinn
orientiert sein, sondern habe auch eine Verantwortung gegenüber seinen
Mitarbeitern und dem Gemeinwohl. Der Repräsentant der zweitgrößten
evangelischen Landeskirche in Deutschland mahnte eine globale Ethik für ein
gerechtes Wirtschaften an. Ohne Regeln und Gesetze drohe ein zerstörerischer
"Killer"-Wettbewerb.

Christliches Denken und Handeln in der Wirtschaft sei eine Herausforderung
und Chance, betonten die Unternehmer Professor Jörg Knoblauch und Horst
Lenord. Sie warben für Modelle, die Mitarbeiter zu Mit-Unternehmern machten.
Motivationskonzepte führten zu einer partnerschaftlichen und
werteorientierten Unternehmenskultur, berichtete Knoblauch. Motivierte
Mitarbeiter seien eine wesentliche Stütze für den Erfolg eines Unternehmens,
so Lenord.

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Essen, Dirk Grünewald,
sprach sich für eine qualifizierte Berufsausbildung junger Menschen aus. Die
geplante Ausbildungsabgabe für Betriebe, die keine Lehrstellen anbieten,
lehnte er jedoch ab. Auch sei es eine unternehmerisches Pflicht, Mitarbeiter
fortzubilden und zu fördern. (02424/7.3.2004)

Quelle: http://www.epd.de/index_2308.html