Die christliche Minderzeit im Land steht unter zunehmendem
Druck durch
muslimische Fundamentalisten. Das berichten Mitarbeiter des
internationalen
katholischen Hilfswerkes „Kirche in Not/Ostpriesterhilfe“.
Im schiitischen Süden des
Landes würden auch christliche Frauen dazu gezwungen, sich
ganz zu
verschleiern. Zudem sei es zu Mordanschlägen auf Christen
gekommen, weil diese Handel mit
Alkohol betrieben hatten. Auch die humanitäre Lage der
Menschen im Irak sei
katastrophal, so das katholische Hilfswerk. (Kirche in
Not/Ostpriesterhilfe)
/Radio Vatikan
Irak: Christen unter DruckDie christliche Minderheit im Irak
steht unter
zunehmendem Druck durch moslemische Fundamentalisten. Das
berichteten Helmut
Steindl und Marie-Ange Siebrecht vom internationalen
katholischen Hilfswerk Kirche
in Not/Ostpriesterhilfe nach Rückkehr von einem zehntägigen
Aufenthalt im
Irak. Im mehrheitlich schiitischen Süden des Landes würden
christliche Frauen
gezwungen, den Tschador zu tragen, sagte Steindl, der die
Projektabteilung von „
Kirche in Not“ leitet. Tausende christlicher Familien
stünden seit Monaten ohne
Einkünfte dar. Der von Christen betriebene Verkauf von
Alkohol habe nach zwei Mordanschlägen gegen Christen
eingestellt werden müssen.
Die Lage der Menschen im Irak bezeichnete Steindl als
„katastrophal“.
Wichtig sei jetzt vor allem, den an Unterernährung leidenden
Kindern zu
helfen, die mancherorts von Cholera bedroht seien. Die von
„Kirche in Not“
mitfinanzierte Medikamentenversorgung und die beständig
durch Konvois aus
Jordanien kommende Notversorgung mit Hilfsgütern sei nur ein
Tropfen auf den heißen
Stein. In dieser Lage helfe die Kirche Christen und Moslems
gleichermaßen.
Viele Ordensgemeinschaften arbeiteten „unermüdlich“ in
Krankenhäusern,
Kindergärten und Waisenhäusern. Auch hoffe die Kirche, in
einem demokratischen Irak
die von der Regierung unter Saddam Hussein beschlagnahmten
Schulen wieder zu
bekommen. Trotz des Drucks moslemischer Fundamentalisten
wollen die Katholiken weiterhin auch in Not
geratenen Moslems helfen, sagte Steindl unter Berufung auf den Bischof von Basra, Djibrail Kassab.
Von den 23 Millionen Einwohnern des Iraks bekennen sich 97
Prozent zum Islam,
etwa zwei Drittel von ihnen zur sunnitischen, ein Drittel
zur
schiitischen Richtung. Etwa drei Prozent der Iraker sind
Christen, die Hälfte
davon Katholiken, die mehrheitlich der mit Rom in
Gemeinschaft
stehenden chaldäischen Kirche angehören. Sie leitet ihren
Ursprung vom
Apostel Thomas ab, der in dieser Region von 42 bis 49 nach
Christus missionierte.
Samstag, 21. Juni 2003
Quelle: ( www.kirche-in-not.org)
5043 Marburg-Schröck
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