Peking (dpa) - Die chinesische Regierung hat den neuen Hongkonger
Kardinal Joseph Zen Ze-kiun und den Vatikan vor politischer Einmischung
gewarnt: «Kirchenführer sollten sich nicht mit der Politik einlassen.»
Das sagte ein Sprecher der staatlichen Verwaltung für
Religionsangelegenheiten in einer Reaktion auf die Ernennung des
Peking-kritischen Bischofs der Hongkonger Diözese zum Kardinal am Montag. Er
verwies ferner auf Chinas bekannte Position, dass sich der Vatikan nicht in
innere Angelegenheiten Chinas einmischen und seine diplomatischen Beziehungen
zu Taiwan abbrechen sollte, das Peking nur als abtrünnige Provinz betrachtet.
Der China-Kritiker Zen hat sich in Hongkong als Verfechter von
Bürgerrechten einen Namen gemacht und tritt ferner als Befürworter von
Demokratie und religiöser Freiheit auch in China auf. Er sieht sich künftig als
«chinesische Stimme am Heiligen Stuhl». Papst Benedikt XVI. hatte ihn mit 14
anderen neuen Kardinälen am Freitag in einer feierlichen Zeremonie auf dem
Petersplatz in Rom mit dem Wunsch ernannt, «der Kirche auf allen Ebenen neues
Leben zu verleihen». Trotz seiner offenen Kritik an Chinas Regierung tritt
Kardinal Zen für eine Annäherung beider Seiten ein, die derzeit auch wieder
offiziell unbestätigte Gespräche führen.
27.3.06
Quelle: http://de.news.yahoo.com/27032006/3/china-warnt-neuen-hongkonger-kardinal.html