Peking
(AFP) - Die offizielle katholische Kirche Chinas hat erneut ohne päpstliche
Zustimmung einen Bischof ernannt und damit die ohnehin gespannten Beziehungen
zum Vatikan weiter belastet. Zhan Silu hielt nach seiner Ernennung zum Bischof
in der Diözese Mingdong in der südwestlichen Provinz Fujian eine feierliche
Messe ab, wie ein Kirchenvertreter mitteilte. Der Vatikan sei an der
Bischofsweihe nicht beteiligt gewesen.
Bereits vor zwei Wochen hatte Papst Benedikt XVI. die eigenmächtige
Weihe zweier katholischer Bischöfe in China scharf verurteilt. Der Konflikt
versetzte den diplomatischen Bemühungen zwischen Peking und dem Vatikan einen
herben Rückschlag.
Die katholische Kirche in China ist gespalten. Nach ihrer Machtergreifung
gründete die kommunistische Führung eine offizielle Kirche. Katholische
Gemeinden, die dem Papst treu bleiben wollten, bildeten eine Untergrundkirche.
Seit den 90er Jahren gibt es aber mehr und mehr informelle Kontakte zwischen
beiden Kirchen; viele der offiziellen Bischöfe wurden vom Papst bestätigt.
14. Mai 2006
Quelle: http://de.news.yahoo.com/14052006/286/china-ernennt-eigenmaechtig-bischof.html