Bei behinderten Menschen muss das Sparen an eine
Grenze kommen
Angehörigenvertreter
wollen politischen Einfluss ausüben
Menschen mit Behinderungen
waren die letzten, die etwas vom wirtschaftlichen Aufschwung in der
Bundesrepublik Deutschland haben, und sie sind jetzt die ersten, die durch die
Folgen des Sozialabbaus getroffen werden. Darauf haben Vertreter der
Angehörigen Behinderter bei der ersten Mitgliederversammlung der vor einem Jahr
gegründeten Bundesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen in
Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe (BACB) am Wochenende in Mainz
hingewiesen. Sie haben zugleich deutlich gemacht, dass Angehörige behinderter
Menschen sich nicht als eine Gruppe dankbarer Bittsteller verstehen, die sich
politisch zurückhalten. Als Experten im Umgang mit ihren behinderten
Angehörigen können und wollen sie vielmehr mit ihren Ideen politischen Einfluss
ausüben.
Obwohl Sparmaßnahmen unbestreitbar notwendig seien, so die
Angehörigenvertreter, müsse es eine Grenze geben, wo der Staat nicht sparen
dürfe: an den hilflosen, überwiegend geistig oder mehrfach behinderten
Menschen. Bevor finanzielle Einschnitte erfolgen, müssten zuerst
kostentreibende Bürokratie und Kontrollen abgebaut und anstatt einer einseitig
betonten Professionalisierung die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements
stärker genutzt werden. Als Sofortmaßnahmen forderten die Teilnehmer der
Mitgliederversammlung die Befreiung Behinderter von der Zuzahlung bei den
Kosten für ihre Gesundheit sowie die erneute Übernahme der Kosten für
medizinisch notwendige Leistungen, die durch die Kassen nicht mehr bezahlt
werden, durch die Sozialhilfe. Auch die Streichung des Zusatzbarbetrags für
Heimbewohner müsse zurückgenommen werden.
Die in der BACB organisierten Angehörigen vertreten rund 40.000 behinderte
Personen in Wohneinrichtungen und rund 73.000 Personen in teilstationären und
ambulanten Diensten und Einrichtungen der Caritas-Behindertenhilfe.
Rückfragen: Dr. Franz Fink, Leiter des Referats
Behindertenhilfe und Psychiatrie, Telefon: 0761 / 200 – 366, E-Mail: Franz.Fink@caritas.de
Dr. Hans-Rainer Illichmann , Vorsitzender des Geschäftsführenden Gremiums der
BACB, Beatussteig 6, 86470 Thannhausen, Telefon: 08281/2177;
E-Mail: H-R.Illichmann@gmx.de
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Generalsekretariat
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Redaktion:
Dr. Thomas Broch (verantwortlich)
Claudia Beck (stv
30.03.2004
Quelle: http://katholische-kirche.de/