Führende CDU-Politiker: Kirchen müssen über Finanzierung
nachdenken
Berlin, 18.1.2004 (epd). Führende CDU-Politiker haben die Kirchen
aufgefordert, neue Finanzierungsformen abseits der Kirchensteuer zu
entwickeln. Der Kirchenexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hermann Kues,
sagte der Berliner "Welt am Sonntag", wenn sich die Rahmenbedingungen
veränderten, sei es Sache der Kirche, "sich neue Gedanken zu machen, wie
sie
ihre Finanzierung sicherstellt". Senke der Bundestag bei der Steuerreform
beispielsweise die Einkommensteuer, werde es ohnehin notwendig, dass die
Kirchen über ihre Finanzierung neu nachdenken.
Der Wirtschaftsexperte Kurt Lauk, der dem CDU-Bundesvorstand angehört, trat
für die völlige Abschaffung der bisherigen Kirchensteuer ein. Bei der
anstehenden Verfassungsreform müssten die Zuständigkeiten von Bund und
Ländern ohnehin neu geregelt werden. Dabei könne auch das Verhältnis von
Kirche und Staat entzerrt werden.
"Um die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Kirchen zu erhöhen, wird es
Zeit, dass sie auch für ihre Einnahmen eigene Verantwortung übernehmen",
so
Lauk. An die Stelle der bisherigen Kirchensteuer könne ein Kirchenbeitrag
stehen, "den die Kirchen selbst bestimmen und erheben", fügte der
evangelische Theologe hinzu. (00522/18.1.2004)
Quelle: http://www.epd.de/index_19748.htm
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