Vor allem die steigenden Energiepreise bringen die Bundesbürger immer starker in Bedrängnis. Das reale Arbeitseinkommen sinkt, gerade Familien müssen bei Urlaub, Auto und Restaurantbesuchen sparen.
VON MICHAEL
BROCKER UND KATJA SCHONHERR
DÜSSELDORF Den Gürtel enger schnallen - bis einem die
Luft wegbleibt. Den Deutschen fällt es schwer, mit ihrem Geld auszukommen.
Sprit, Gas, Strom, etc. ziehen immer mehr Scheine aus der Tasche. So steigen
beispielsweise die Müllgebühren, in Mönchengladbach um rund acht Prozent: Eine
25-Liter-Tonne wird künftig nicht mehr 160 Euro im Jahr kosten, sondern 172
Euro. Auch der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) will - zum zweiten Mal in
diesem Jahr – die Preise anziehen. Andere Verkehrsunternehmen im Land planen Ähnliches.
Und die Autos, mit denen Bundesbürger unterwegs sind, werden immer älter, weil
das Geld für ein neues nicht reicht.
Nach wie vor der
Preistreiber schlechthin: Energie. Nach Angaben des Statistischen Landesamts
stiegen die Kosten für Heizöl in NRW im Februar 2006 gegenüber 2005 um
33,8 Prozent, Gas um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Lohn, mit
dem das teure Leben bezahlt werden muss, sinkt: Die Lohn- und Gehaltssumme
schrumpfte 2004 und 2005 um ein halbes Prozent. Pensionären geht es nicht besser:
Da sie mit keiner Rentenerhöhung rechnen können, drehen sie den Euro mehr als
einmal um.
Gabriele Hellendahl,
Schuldnerberaterin beim Sozialdienst Katholischer Männer und Frauen in Düsseldorf:
"Es kommen auffällig mehr Leute zu uns. Zum Beispiel, weil sie ihre Nebenkostenabrechnung
erhalten haben und nicht wissen, woher sie so viel Geld auf einmal nehmen
sollen.