Sparen und Erneuern heißt die Devise im Bistum Limburg
Diözesankirchensteuerrat verabschiedet Budget 2003 Struktur- und Sparvorschläge des Bischofs begrüßt
LIMBURG (ids) .- Im Bistum Limburg muss in den kommenden Jahren massiv gespart werden. Um sich die Möglichkeit zu erhalten, auch neue Aufgaben anzugehen, sollen bis Ende 2003 alle Tätigkeitsfelder einer Prüfung hinsichtlich ihrer Notwendigkeit und Effizienz unterzogen werden. Das hat der Diözesankirchensteuerrat des Bistums bei der Verabschiedung des Budgets für das Jahr 2003 am Samstag, 9. November 2002, beschlossen. Der Kirchensteuerrat rechnet aus heutiger Sicht mit jährlich wachsenden Einnahmeausfällen bis zu 18 Millionen Euro im Jahr 2008.
Ausdrücklich begrüßte das Gremium die Entscheidungen von Bischof Franz Kamphaus zu strukturellen Veränderungen im Bistum. Nach den Vorstellungen des Bischofs soll die mittlere Ebene neu geordnet werden. Während an der Gliederung in elf Bezirke festgehalten wird, sollen die Bezirksämter aufgelöst und durch bezirksübergreifende Zentren ersetzt werden. Mittelfristig wird diese Organisationsänderung zu Einsparungen in Höhe von 3 Millionen Euro führen. Außerdem soll langfristig der Gebäudebestand im Bistum um rund ein Viertel reduziert und die Zusammenlegung von Kirchengemeinden geprüft werden. Angesichts der rückläufigen Einnahmen empfahl der Kirchensteuerrat dem Bischof, weitergehende Überlegungen anzustellen, damit in absehbarer Zeit ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden könne.
Die jetzt notwendigen Konsequenzen werden im Bischöflichen Ordinariat in Projektgruppen vorbereitet und beraten. Auch der Diözesansynodalrat, das oberste Beratungsgremium des Bischofs, will bis Mitte nächsten Jahres über die vorgeschlagenen Änderungen beraten und eigene Vorschläge zu den künftigen Schwerpunkten der kirchlichen Arbeit im Bistum Limburg unterbreiten. Der Diözesankirchensteuerrat hat eine eigene Kommission berufen, die Modelle entwickeln soll, wie mittelfristig 18 Millionen Euro eingespart und die zur Verfügung stehenden Mittel effizient eingesetzt werden können.
Das Budget des Bistums Limburg hat im Jahr 2003 ein Volumen von rund 176,5 Millionen Euro. Das eingeplante Defizit, das aus Rücklagen gedeckt werden muss, beläuft sich, trotz der bereits im Jahr 2002 eingeleiteten Sparmaßnahmen, auf voraussichtlich 6,6 Millionen Euro. Im Budget berücksichtigt sind bereits eine fünfprozentige Kürzung aller Verwaltungsausgaben sowie die Kürzung des Bauetats um 6 Millionen Euro. Außerdem wird auch im Jahr 2003 eine bereits im September dieses Jahres eingerichtete sechsmonatige Wiederbesetzungssperre für alle frei werdenden Stellen gelten. Nach Ansicht des Diözesankirchensteuerrates ist es jedoch nicht verantwortbar, dauerhaft schwerpunktmäßig bei den Ansätzen für den Bauunterhalt zu sparen, da ein solches "Investitionssparen" dazu führe, dass mittelfristig die Schäden an den Gebäuden wüchsen. Es müsse schnellstens darüber entschieden werden, welche Gebäude für die Arbeit des Bistums unabdingbar seien und welche aufgegeben werden könnten. Zur Vorbereitung dieser Entscheidung wird im kommenden Jahr der gesamte Gebäudebestand im Bistum erfasst. Dabei sollen auch die effektive Nutzung der Gebäude und deren Bedeutung für die Seelsorge erhoben werden.
Haupteinnahmequelle des Bistums Limburg ist die Kirchensteuer, die als Zuschlag in Höhe von 9 Prozent auf die gezahlte Lohn- oder Einkommenssteuer erhoben wird. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer werden sich 2003 voraussichtlich auf rund 140,5 Mio. Euro belaufen, was rund 85 Prozent aller Einnahmen ausmacht. Im Jahr 2001 wurden noch 12,8 Mio. Euro mehr eingenommen, was einem Rückgang von rund 8,5 Prozent entspricht. Mehr als 61 Prozent aller Einnahmen muss das Bistum Limburg zur Bezahlung des Personals auf den verschiedenen Ebenen ausgeben. Da auch künftig Kündigungen wegen zurückgehender Einnahmen so lange wie möglich vermieden werden sollen, sind durchgreifende Einsparungen nur mittel- und langfristig möglich. Bereits im Jahr 2002 erwartet das Bistum wegen den weit hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Kirchensteuereinnahmen ein Haushaltsdefizit von rund 10 Millionen Euro. (ID02338)
15.11.2002
Quelle: http://katholische-kirche.de/