Bischofskandidaten für Fulda - Fünf Persönlichkeiten sind im Gespräch

Fulda (bx)

Mit Spannung wird erwartet, welchen Oberhirten die Diözese Fulda bekommt. Offizielle Kandidaten gibt es nicht, aber Gerüchte Ober aussichtsreiche Persönlichkeiten. Genannt werden, wie bereits berichtet, Weihbischof Professor Dr. Ludwig Schick, Kurienerzbischof Paul Josef Cordes, Abt Dr. Fidelis Ruppert OSB von Münsterschwarzach und Weihbischof Professor Dr. Reinhard Marx (Paderborn).

In Münchner Kreisen räumt man auch dem dortigen Dogmatik-Professor Dr. Gerhard Ludwig Müller Chancen ein. Die FZ stellt heute die Lebensläufe dieser fünf Kirchenmänner vor.

Paul Josef Cordes kam am 5. September 1934 in Kirchhundem ün Sauerland zur Weit. Zunächst studierte er nüt dem Ziel, Arzt zu werden, wechselte dann aber zur Theologie. 1961 wurde Cordes in Paderborn zum Priester geweiht. Nach Jahren als Zweiter Präfekt beziehungsweise Präfekt von Studienheimen wurde Cordes 1969 zu weiteren Studien in Mainz freigestellt, wo er 1971 promovierte. Von 1972 bis 1975 war er als Referent für pastorale Fragen beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz tätig. 1975 zum Weihbischof von Paderborn ernannt, erteilte ihm der damalige Erzbischof und heutige Kardinal Johannes Joachim Degenhardt Anfang 1976 in Paderborn die Bischofsweihe.

Im Jahr 1980 wechselte Cordes als Vizepräsident des Päpstlichen Laienrates nach Rom, 1995 wurde er zum Präsidenten des Päpstlichen Rates "Cor Unum" zum Erzbischof ernannt. "Cor Unum" koordiniert Hilfs- und Entwicklungsinitiativen auf Weltkirchenebene.

Reinhard Marx, Weihbischof von Paderborn, wurde am 21. September 1953 in Geseke westlich von Paderborn geboren. Nach dem Theologiestudium in Paderborn und Paris weihte ihn Erzbischof Degenhardt 1979 zum Priester. Seine erste Vikarstelle trat Marx im waldeckischen Arolsen an. Nach zwei Jahren wurde er Geistlicher Rektor am Sozialinstitut der Erzdiözese Paderborn, das seinen Sitz in der ehemaligen Kommende des Deutschen Ordens in Dortmund-Brackel hat. 1989 promovierte er in Bochum zum Doktor der Theologie.

Ab 1989 bis zu seiner Ernennung zum Weihbischof leitete er die Kommende als Direktor. Weihbischof von Paderbom ist Marx seit 1996, seine Bischofsweihe empfing er am 21. September jenes Jahres durch Erzbischof Degenhardt. Seit April 1996 lehrt er als Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Theologischen Fakultät Paderborn.

Gerhard Ludwig Müller ist seit 1986 Ordinarius für Dogmatik an der Theologischen Fakultät der Ludwig - Maximilians - Universität München. Er wurde am 3 1. Dezember 1947 in Mainz-Finthen geboren und studierte von 1967 bis 1972 Philosophie und Theologie in Mainz, München und Freiburg/Breisgau. 1977 promovierte Müller zum Doktor der Theologie bei Professor Karl Lehmann, dem heutigen Mainzer Oberhirten und Kardinal.

Am 11. Februar 1977 wurde er zum Priester geweiht. Danach war Müller Kaplan in Klein-Krotzenburg, Offenbach und Bürstadt. 1985 folgte die Habilitation bei Professor Lehmann. Müller war bereits an zahlreichen ausländischen Universitäten Gastprofessor. Seit 1990 gehört er der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz an und seit 1998 der Internationalen Theologischen Kommission mit Sitz im Vatikan.

Abt Fidelis Ruppert OSB leitet die Benediktinerabtei Münsterschwarzach seit 1982. Er stammt aus Plankstadt bei Heidelberg, wo er am 3. April 1938 zur Welt kam. Er begann zunächst eine Lehre als Schreiner und technischer Zeichner und entschied sich dann für das Priestertum.

Nach dem Abitur 1959 trat Ruppert in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach ein. 1960 legte er dort die zeitliche und 1963 die ewige Profess ab. Er studierte in St. Ottilien und an der Universität Würzburg Philosophie und Theologie. Am 5. Juli 1964 weihte ihn Weihbischof Alfons Kempf zum Priester. Danach sandte ihn die Abtei an die internationale Ordenshochschule St. Anselmo nach Rom. Dort und später in Würzburg setzte Pater Fidelis seine Studien fort und promovierte bei Professor Alfons Auer zum Doktor der Theologie. 1979 wurde er zum Prior der Abtei Münsterschwarzach ernannt. Nach dem Amtsverzicht von Abt Bonifaz Vogel wählten ihn seine Mitbrüder am 5. November 1982 zu dessen Nachfolger. Die Abtsweihe empfing Ruppert am 23. November 1982 durch Würzburgs Bischof Paul-Werner Scheele.

Ludwig Schick stammt aus Oberhessen: Er wurde am 22. September 1949 in Marburg geboren und wuchs in Mardorf auf. Nach philosophisch-theologischen Studien wurde er am 15. Juni 1975 von Bischof Dr. Eduard Schick zum Priester geweiht. Der Kaplanszeit in Neuhof folgten weiterführende kirchenrechtliche Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana, die Ludwig Schick 1980 mit der Promotion abschloss. Während seiner Zeit in Rom war er vom Apostolischen Stuhl zum Vizerektor des Priesterkollegs Santa Maria dell' Anima bestellt worden.

Seit 1981 lehrt Schick Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät Fulda und am Katholischen Seminar der Philipps - Universität Marburg. In der Diözese Fulda hatte Schick bereits mehrere Ämter inne. 1990 wurde er stellvertretender Generalvikar, am 1. September 1995 folgte die Ernennung zum Generalvikar des Bistums.

Weil er gleichzeitig Weihbischof ist, führt Schick die Aufgaben des Generalvikars auch nach dem Tod von Erzbischof Johannes Dyba weiter. Weihbischof von Fulda ist er seit 1998, zum Bischof weihte ihn Erzbischof Dyba am 12. Juli 1998.

 

Fuldaer Zeitung vom 30.3.01