Bischof Musken fordert 3. Vatikanisches Konzil

Die Möglichkeit eines Papstrücktritts und die Aufhebung des Zölibats ins Auge fassen

RNA/kipa. Der niederländische Bischof Martinus Muskens von Breda hat die Einberufung eines dritten Vatikanischen Konzils gefordert. Die römisch-katholische Kirche sei «führungslos», beklagte Muskens in einer niederländischen Fernsehsendung. Nach Gesprächen im Vatikan beklagte Muskens, über zahlreiche Fragen gebe es in der römischen Kurie unterschiedliche Auffassungen. Dies liege nicht zuletzt am schlechten Gesundheitszustand von Papst Johannes Paul II.»

Der Papst tue noch ungemein «viel Gutes», so der Bischof. So sei das Friedenstreffen in Assisi ein grosser Erfolg gewesen. Allerdings habe Johannes Paul II. selbst 1983 darauf gedrungen, dass in die Neufassung des Kirchenrechtes die Möglichkeit zum Papstrücktritt aufgenommen werde. Die Entscheidung über einen Rücktritt könne aber nur er selbst fassen. Allerdings sei es normal, dass jemand nach einem arbeitsreichen Leben den Entschluss fasse, noch einige Jahre ohne Sorgen in einer angenehmen Umgebung zu verbringen.

Der Bischof verwies in der Fernsehsendung zugleich darauf, dass die orthodoxen Kirchen verheiratete Männer zu Priester weihten, während dies «einige Kilometer weiter im Westen» in der katholischen Kirche nicht möglich sei. «Ich finde, das ist ein Jammer», so Muskens wörtlich. Sinnvoll wäre ein Konzil, um Regelungen zu treffen. Er würde bei einer solchen Zusammenkunft für die Priesterweihe von bewährten verheirateten Männern plädieren.

Aus: Reformierter Pressedienst (CH), 5.2.2002

Quelle: http://www.ref.ch/rna/meldungen/6725.html