Bischof Müller: Kritische Pfarrer sind Wölfe im Schafspelz
Müller kündigt an, im Bistum klar durchzugreifen

REGENSBURG (lla). Zum Auftakt der Wolfgangswoche hat der Regensburger
Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller deutliche Worte in Sachen Ungehorsam gegen
den Bischof gesprochen. Er werde solche Wölfe im Schafspelz nicht laufen
lassen, sagte er in Anspielung auf die aktuelle Auseinandersetzung mit den
kirchenkritischen Pfarrern Andreas Schlagenhaufer und Hans Trimpl.

Die Wolfgangswoche, die mit vielen Aktionen und Aktivitäten bis zum 26. Juni
dauert, wurde von Dr.Gerhard Ludwig Müller und den Konzelebranten Monsignore
Robert Thummerer und Studiendirektor Siegfried Schweiger mit einem
Pontifikalamt in der Basilika St. Emmeram eröffnet. Vor der Messe wurde der
Wolfgangsschrein aus der Krypta in die Basilika getragen.

Vor allem im Hinblick auf die bevorstehende Priesterweihe am 26. Juni gab
der Bischof seinem Wunsch Ausdruck, diese große Gebetswoche des Bistums möge
gemäß dem Leitwort Suchet zuerst das Reich Gottes inneren Zuspruch durch die
Gläubigen finden. Die Kirche müsse von innen erneuert werden. Dies könne
jedoch nur gelingen, wenn jeder an seinem Platz sich in den Dienst Christi
nehmen ließe. Gemeinsam gelte es auch, gegen die Zerfallserscheinungen in
der Kirche zu kämpfen, wie zum Beispiel dagegen, dass einem Drewermann auf
dem Katholikentag in Ulm ein Forum geboten wird. Der Kirchenkritiker und
Theologe Eugen Drewermann ist ein suspendierter Priester.

Auch im Bistum Regensburg seien Zerfallserscheinungen innerhalb der Kirche
zu beobachten, holte der Bischof zum Schlag aus gegen die Pfarrer Andreas
Schlagenhaufer aus Kohlberg (Lkr. Neustadt/WN) und Hans Trimpl aus
Oberalteich (Lkr. Straubing-Bogen). Diese verstünden nichts von der Heiligen
Schrift, würden die bischöfliche Verfassung der Kirche verneinen und
untergraben. Der Bischof ist der Nachfolger der Apostel. Wer das nicht
akzeptiert, darf sich nicht Katholik nennen! Diese Priester seien keine
wahren Hirten, sondern Heuchler und Pharisäer, denen nichts an ihren Schafen
liegt. Sie beriefen sich zwar auf das 2. Vatikanische Konzil, haben aber
keine Ahnung davon, so der Bischof. Ihr Ziel sei es, ihre eigenen
verquollenen Ideen in der Kirche zur Herrschaft zu bringen. Müller stellte
klar, dass von ihm kein Nachgeben zu erwarten sei. Ich werde sie nicht aus
Bequemlichkeit laufen lassen, ich will ein guter Hirte sein und meine Schafe
vor solchen Wölfen im Schafspelz schützen!

Die beiden Pfarrer gehören seit über 30 Jahren dem kirchenkritischen
Aktionskreis Regensburg an. Für Aufregung hatte zuletzt die AKR-Zeitschrift
Pipeline gesorgt, deren Titelblatt eine Karikatur des Bischofs vor einer
Guillotine zeigt. Der Bischof fordert seitdem, dass sich die Geistlichen vom
AKR distanzieren sonst drohen Konsequenzen bis zur Zwangspensionierung. Ein
Ultimatum an die Priester war am 7.Juni verstrichen und durch ein neues
Gesprächsangebot aus dem Ordinariat ersetzt worden.

Aus: Mittelbayerische Zeitung, 22.6.2004
Quelle:
http://www.donau.de/modperl/ymtffsfs.pl?itemid=4872&banner=news/region

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