Krenn sieht keinen Skandal in Priesterseminar

Passau (AP) Der St. Pöltener Bischof Kurt Krenn sieht in dem Fund tausender Pornobilder in seinem Priesterseminar noch keinen erwiesenen kirchlichen Skandal, sondern zunächst die Verfehlung eines Studenten. «An dem Skandal ist überhaupt nichts dran», sagte er der «Passauer Neuen Presse» (Montagausgabe). «Es wird so getan, als wäre das eine Riesengeschichte, die zu bewältigen ist. Das ist es nicht. Es ist ein Student gefunden worden, der was gemacht hat.»

Der Vatikan hat auf die Ermittlungen der österreichischen Staatsanwaltschaft mit der Entsendung eines Apostolischen Visitators reagiert. Der Vorarlberger Bischof Klaus Küng hat inzwischen seine Ermittlungen aufgenommen. Krenn wies in seinem ersten Interview seit Einsetzung des Visitators den Vorwurf zurück, er habe den Skandal vertuschen wollen. «Da ist keine Spur von Vertuschen. Mit dem ersten Augenblick des Bekanntwerdens ist die Sache der Polizei übergeben worden. Ich weiß auch, dass die Kinderpornogeschichten äußerst heikel sind», sagte er.

Zu den Fotos mit homoerotischen Posen einiger Seminarteilnehmer betonte er, zu der Aufklärung gehöre auch, ob die Bilder manipuliert seien. «Was soll ich da herum philosophieren: Das muss geklärt werden. Es gibt auch die Möglichkeit, dass an den Fotos herumgepfuscht wurde, aber das kann ich nicht sagen.» Krenn schloss nicht aus, dass er im weiteren Verlauf der Affäre seinen Posten verlieren könnte.

26. Juli 2004

Quelle: http://de.news.yahoo.com/040726/12/44sck.html

 

Österreichs Katholiken denken nach Sex-Skandal an Kirchenaustritt

Wien (dpa) - Nach dem Sex-Skandal im Priesterseminar von St. Pölten in Niederösterreich erwägt jeder zehnte katholische Österreicher einen Kirchenaustritt. Dies ergab eine Meinungsumfrage des Österreichischen Rundfunks ORF. Insgesamt sind in Österreich 75 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch. Die Polizei hatte bei Untersuchungen nach anonymen Anzeigen Pornofotos aus dem Internet entdeckt, darunter Aufnahmen mit verbotener Kinderpornografie. Inzwischen untersucht ein Beauftragter des Vatikan die Vorfälle.

22. Juli 2004

Quelle: http://de.news.yahoo.com/040722/3/44o71.html