Bischof Huber warnt vor christlichem Fundamentalismus in den USA

Berlin (AP) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat vor einem wachsenden Einfluss des christlichen Fundamentalismus' in den USA gewarnt. Die religiösen Rechten in den USA hielten es oft für legitim, Konflikte mit Gewalt zu regeln: «Dieses Verhältnis zur Gewalt, das ich sehr beklage, ist zuletzt am Beispiel des Irak-Krieges aufgebrochen», sagte der Berliner Bischof der «Berliner Zeitung» (Montagausgabe).

 

Direkt griff der EKD-Ratsvorsitzende US-Präsident George W. Bush an: «Zum Glauben gehört der Zweifel», sagte Huber. «Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich manchmal den Eindruck habe, Präsident Bush könnte in dieser Hinsicht noch etwas zum christlichen Glauben dazulernen.»

 

Auch in der amerikanischen Innenpolitik mache sich der christliche Fundamentalismus bemerkbar, sagte Huber. «Nicht nur, dass die Todesstrafe nach wie vor Zustimmung findet und praktiziert wird», sagte der EKD-Ratsvorsitzende. «Mich beunruhigt auch, dass überfüllte Gefängnisse als staatlicher Erfolg gelten.»

 

Besorgt zeigte sich Huber aber auch über die Gewaltbereitschaft mancher Islamisten. «Man darf die Kritik am Schwarz-Weiß-Denken in den USA auch nicht so übertreiben, dass man leugnet, welche Kulturkonflikte es gibt», sagte der EKD-Ratsvorsitzende. «Der Terrorismus ist eine riesige Gefahr; neue Formen innergesellschaftlicher Gewalt, wie wir sie jetzt in den Niederlanden mit der Ermordung von Theo van Gogh erleben müssen, sind beunruhigend.»

 

15.11.04

Nach: Quelle: http://de.news.yahoo.com/041115/12/4amt0.html