Bischof Huber erwartet von deutschen Moslems klarere
Anti-Terror-Haltung
Hamburg (AFP) - Eine deutlichere Distanzierung vom islamistischen
Terrorismus erwartet der Ratvorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, von den in Deutschland lebenden Moslems.
In einem Gastkommentar für die "Bild am Sonntag" schreibt er, wer
Kinder als Geiseln nehme, könne sich auf keinen Gott berufen - "auf
welchen auch immer". Islamische Geistliche hätten sich klar von der
blutigen Tat der Geiselnehmer im nordossetischen Beslan distanziert, betonte
der Bischof. Französische Moslems wiederum hätten sich für die Freilassung von
zwei entführten Journalisten im Irak eingesetzt. "Solche Klarheit wünsche
ich mir auch von Muslimen in Deutschland", schrieb Huber. "Ich bin
sicher: Die Bilder aus Beslan haben sie genauso fassungslos verfolgt wie ich
selbst."
4. September 2004
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040904/286/46ye0.html
Stuttgarter Nachrichten: Islamrat: Bischof Hubers
Aufforderung grenzt an Beleidigung
Stuttgart (ots) - Stuttgart. Der Vorsitzende des Islamrats für die
Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya, verwahrt sich gegen
Vorhalte, die in Deutschland lebenden Muslime würden den Terrorismus
nicht klar genug verurteilen. Den „Stuttgarter Nachrichten“
(Mittwochausgabe) sagte Kizilkaya: [EMPTYTAG]„Es ist für Muslime in
Deutschland selbstverständlich, die Unmenschlichkeit des Terrorismus
zu verurteilen. Wir haben das immer wieder getan, zuletzt mit einer
gemeinsamen öffentlichen und sehr eindeutigen Erklärung nach den
Anschlägen in Madrid.“ Kizilkaya stellte klar: „Terroristische Gewalt
bedroht nicht nur eine bestimmte Gruppe von Menschen, sondern die
gesamte Menschheit – und damit auch die Muslime. Die Frage ist nur,
ob es sinnvoll ist, das jeden Tag zu wiederholen Der
Islamratsvorsitzende zeigte sich verärgert über die Aufforderung des
EKD-Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber, die Muslime müssten
sich klar vom Terrorismus distanzieren. „Ich bin überrascht, dass
auch die evangelische Kirche offenbar nicht frei ist von gewissen
Vorurteilen. Die Äußerung von Herrn Huber unterstellt, muslimische
Organisationen würden sich nicht ausreichend vom Terrorismus
distanzieren. Das grenzt an Beleidigung.“ Er fügte hinzu: „Ich weiß
nicht, was Herr Huber erwartet. Sollen wir Polizeiaufgaben
übernehmen? Sollen wir nach Beslan fahren? Sollen wir uns in den
Tschetschenien-Krieg einmischen? Ich glaube nicht, dass das unsere
Aufgabe ist. Die Aufforderung von Herrn Huber ist populitsisch. Frei
nach dem Motto: Jetzt sollen die Muslime endlich mal was machen.“
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=39937
7. September 2004
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040907/27/473dw.html
Der Tagesspiegel: EKD-Ratsvorsitzender Huber weist
Kritik des Zentralrats der Muslime zurück
Berlin (ots) - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat gegenüber dem in
Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe) die Kritik des
Zentralrats der Muslime an seinen Äußerungen zum Geiseldrama in
Beslan „in aller Entschiedenheit" zurückgewiesen. Huber hatte von den
Muslimen in Deutschland gefordert, sich eindeutig von dem Terrorakt
zu distanzieren. Daraufhin hatte der Vorsitzende des Zentralrats der
Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, dem "Tagesspiegel" gesagt,
Huber solle eine namhafte muslimische Organisation benennen, welche
sich nicht von Terrorismus distanziert habe. Die Kritik Hubers sei
„geeignet, in der Allgemeinheit den Eindruck entstehen zu lassen,
dass sich die Muslime in Deutschland mit dem Terrorismus im Geheimen
solidarisieren".
Huber sagte nun der Zeitung, er habe an keiner Stelle die Muslime
in Deutschland verurteilt oder sie der geheimen Solidarität mit den
Terroristen verdächtigt. „Ich habe den Wunsch geäußert, dass auch die
Muslime in Deutschland in aller Klarheit ihre Abscheu gegenüber dem
Anschlag in Beslan zum Ausdruck bringen, so wie das zum Beispiel der
russische islamische Geistliche Raschid Chalikow getan hat." Einen
ähnlichen Wunsch habe neben verschiedenen anderen auch der
Stellvertreter von Nadeem Elyas, Mohammed Amman Hobohm, in einem
Interview im Deutschlandradio Anfang September geäußert. „Statt
unberechtigte Vorwürfe zu erheben und einen Konflikt zwischen den
Kirchen und den Moscheegemeinden zu konstruieren, wäre es
hilfreicher, wenn der Zentralratsvorsitzende über diesen von
verschiedenen Seiten geäußerten Wunsch nachdenken würde", so der
Ratsvorsitzende.
http://www.presseportal.de/story.htx?firmaid=2790
7. September 2004
Quelle: http://de.news.yahoo.com/040907/27/472rf.html