Heinz Josef Algermissen neuer Bischof von Fulda

Auch Weihbischof Schick stand zur Wahl

Nach Meldung der Fuldaer Zeitung vom 14.6.01 hat sich das Fuldaer Domkapitel entschieden: Der neue Oberhirte des Bistums Fulda wird voraussichtlich Heinz Josef Algermissen heißen. Dies wurde inzwischen vom Vatikan und vom Bistum Fulda bestätigt. Algermissen ist seit 1996 einer der Weihbischöfe der Erzdiözese Paderborn, zu deren Kirchenprovinz Fulda gehört. Wie die Fuldaer Zeitung berichtete enthielt die Dreier-Liste des Papstes, aus der die Fuldaer Domkapitulare eine Persönlichkeit wählen konnten, auch den Namen des Fuldaer Weihbischofs Professor Dr. Ludwig Schick. Diese Vorauswahl Roms kann als Besonderheit gelten: Im Bereich des preußischen Konkordats ist es seit wenigen Jahrzehnten unüblich, dass ein Weihbischof die Möglichkeit erhält, in dem Bistum Diözesanbischof zu werden, in dem er bereits tätig ist. Viele Menschen in der Diözese Fulda hatten gehofft, dass Schick die Nachfolge von Erzbischof Dr. Johannes Dyba antreten würde.

Heinz Josef Algermissen wurde 1943 in Hermeskeil (Bistum Trier) geboren. Nach dem Abitur 1963 studierte er Philosophie und Theologie in Paderborn und Freiburg. Am 19. Juli 1969 wurde er zum Priester geweiht. Insgesamt elf Jahre wirkte er als Vikar in Bielefeld und Meschede, dort auch als Studentenseelsorger. 1980 wurde er Pfarrer in Bielefeld-Schildesche, 1984 Dechant des Dekanates Bielefeld und 1991 Regionaldekan der Seelsorgeregion Minden-Ravensberg-Lippe. Algermissen empfing 1996 die Bischofsweihe und wurde Titularbischof von Labicum und Weihbischof in Paderborn. Er ist Bischofsvikar für Ordens- und Säkularinstitute und Gesellschaften des Apostolischen Lebens, seit 1997 Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat und seit 1999 Domkapitular.

Das Bischofswahlverfahren nach dem preußischen Konkordat von 1929 und dem Reichskonkordat von 1933 sieht zunächst vor, dass das Domkapitel des vakanten Bistums und die anderen Diözesen auf ehemals preußischem Gebiet die Möglichkeit haben, Vorschlagslisten mit Kandidaten in Rom einzureichen. Der Vatikan ist beim Erstellen seines Dreier-Wahlvorschlags für das betreffende Domkapitel nicht an die auf den eingesandten Listen genannten Persönlichkeiten gebunden.

Nach Fuldaer Zeitung vom 14.6.01

Bearbeitung: H-A Link