Bischof Algermissen zur Eucharistie-Enzyklika des Papstes

Beeindruckend tiefe Würdigung der Eucharistie

 

Fulda (bpf). Bischof Heinz Josef Algermissen hat die Enzyklika „Ecclesia de  Eucharistia“ Papst Johannes Pauls II. vom Gründonnerstag als eine beeindruckend tiefe Würdigung der Eucharistie bezeichnet. Sie mute fast wie ein geistliches Testament des Heiligen Vaters an. „Der Heilige Vater unterstreicht die zentrale Bedeutung der Eucharistie, des Weihepriestertums und des Bischofsamtes für unsere Kirche“, betonte der Fuldaer Oberhirte. Man spüre die Sorge von Johannes Paul II., ob das Altarsakrament immer richtig gepflegt werde. Angesichts des Priestermangels fürchte der Papst um die Zukunft der Gemeinden.

 

„Die Enzyklika enthält nur das, was gerade auch beim Amtsverständnis schon bisher als katholische Grundüberzeugung gegolten hat“, so Algermissen weiter. „Falls sich jemand verletzt fühlen sollte, dann weiß er nicht, was unsere Kirche bisher gelehrt hat.“ Bischof Algermissen ist daran gelegen, daß die Enzyklika in der öffentlichen Wahrnehmung nicht auf die Absage reduziert wird, die der Papst einer ökumenischen Mahlgemeinschaft zum jetzigen Zeitpunkt erteilt. „Es gibt in der Enzyklika keine anti-ökumenischen Paukenschläge, sondern sie bringt den starken Wunsch des Heiligen Vaters nach kirchlicher Einheit zum Ausdruck“, unterstrich Algermissen. Die Eucharistie könne kein Transportmittel sein, um die Einheit zu schaffen, sondern diese sei Vorbedingung für gemeinsames Mahlhalten.

 

Der Bischof wies darauf hin, daß es in der katholischen Kirche, wie der Papst betont habe, in begründeten Ausnahmefällen Sonderregelungen für einzelne Mitglieder anderer Kirchen zum Empfang bestimmter Sakramente gebe. „Bei allem wichtigen Bemühen um Fortschritte ist aber die Zeit für generelle gegenseitige Einladungen zu Eucharistie und Abendmahl noch nicht reif“, sagte Algermissen auch mit Blick auf die „Thesen zur eucharistischen Gastfreundschaft“ dreier Ökumene-Institute. Der Bischof gab seiner Überzeugung Ausdruck, daß die Enzyklika eine weltkirchliche Dimension habe und nicht mit Absicht zeitnah zum Ökumenischen Kirchentag in Berlin veröffentlicht worden sei.

 

15.5.03

Quelle: Pfarreischroeck@aol.com

 

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