Kardinal Lehmann verurteilt
Terroranschläge in Madrid
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hat in einem Schreiben an Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, Erzbischof von Madrid und Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz, seine tiefe Betroffenheit über den "hinterhältigen und feigen Anschlag" in Madrid zum Ausdruck gebracht. Zugleich versicherte er auch dem spanischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, José Rodrìguez-Spiteri Palazuelo, seine tiefe Anteilnahme.
Die Schreiben im Wortlaut:
"Eminenz,
sehr verehrter Herr Kardinal und Vorsitzender der Spanischen Bischofskonferenz!
Lieber Mitbruder Antonio!
Mit großer Bestürzung haben die Menschen in Deutschland am heutigen Tag vom immer größeren Ausmaß des hinterhältigen und feigen Anschlags des Terrorismus gehört und sind tief betroffen von der unglaublichen Menschenverachtung, die in diesem Verbrechen zum Ausdruck kommt.
Wir verurteilen nicht nur diese Untat, sondern möchten Ihnen , der Sie der Oberhirte in Madrid sind, im Namen der deutschen Bischöfe und aller katholischen Christen unseres Landes unser tiefes Mitgefühl und unsere Trauer zum Ausdruck bringen, vor allem aber möchte ich Sie, verehrter Herr Kardinal, versichern, dass wir überall im Land Gebete zu Gott senden und Gottesdienste halten werden: damit die Toten in Gott ewigen Frieden erhalten, die Verletzten Heilung finden, die Hinterbliebenen Trost erfahren und dieses schreckliche Ereignis zum Anlass einer wirksamen Versöhnung wird, besonders im Blick auf die Urheber.
In diesem Sinne sind wir mit Ihnen, allen Bischöfen und besonders dem ganzen Volk in Ihrem Land in tiefer Trauer vereint und erbitten das Ende dieses verbrecherischen Terrors.
In brüderlicher Verbundenheit
unseres Glaubens bin ich
Ihr
Karl Kardinal Lehmann, Bischof von
Mainz
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz"
12.3.04
Quelle:
dbk
Wie tief die Gräben
sind, zeigt sich bei der Bewertung der Terroristen. In Pakistan etwa erfreut
sich Osama bin Laden einer Zustimmung von 65 oder in Jordanien von 55 Prozent.
Zwischen 66 und 86 Prozent der Jordanier und der Marokkaner finden
Selbstmordanschläge gegen Israelis oder gegen Amerikaner oder andere Westler im
Irak "gerechtfertigt". Selbst 31 Prozent der Türken halten solche
Anschläge in Irak für vertretbar. Sollten die Vereinten Nationen in Irak eines
Tages eine Führungsrolle übernehmen, dann können auch sie sich nicht überall
auf eine breite öffentliche Unterstützung verlassen. In den USA liegt das
Ansehen der UN mit 55 Prozent so niedrig wie seit vierzehn Jahren nicht.
Während es bei Briten, Deutschen, Franzosen und Russen unverändert hoch liegt,
haben gut zwei Drittel der Marokkaner und Jordanier eine "schlechte
Meinung" von den UN.
18.3.04 Frankfurter Rundschau
Auszug aus: Bürger für Abnabelung
Europas von USA
Internationale Studie
sieht Misstrauen gegenüber Washington dramatisch steigen / UN bei Muslimen
wenig beliebt
Quelle: http://www.fr-aktuell.de/fr_home/startseite/?sid=322d19f37bfd916a892c4fb852c89de9&cnt=406380