Betriebsseelsorger kritisieren Sozialwort der Bischöfe
Stuttgart, 15.12.2003 (KNA). Die katholischen Betriebsseelsorger in
Deutschland haben das Sozialwort der Bischöfe als "bedauerlichen
Rückschritt" kritisiert. Das am Freitag veröffentlichte Impulspapier der
Deutschen Bischofskonferenz bleibe hinter dem gemeinsamen Sozialwort der
Kirchen von 1997 zurück, betonten Beirat und Bundeskommission der
Betriebsseelsorger am Montag in Stuttgart. Sie forderten eine
"Umverteilung
des Reichtums". Derzeit schrumpfe das Sozialstaatliche zur
"Grundversorgung".
Ohne Verteilungsgerechtigkeit gebe es keine Beteiligungsgerechtigkeit, hoben
die Seelsorger hervor. Viele Arme und Arbeitslose lebten heute am
Existenzminimum und würden so an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die im
Papier von 1997 formulierte Forderung nach einem "menschenwürdigen
Leben"
sei nicht mehr eindeutig erkennbar, bemängelten die Betriebsseelsorger. Zwar
benenne das Papier der Bischofskonferenz strukturelle Arbeitslosigkeit als
Problem, gehe aber nicht näher darauf ein. Dagegen träumten die Autoren
davon, über Niedriglöhne niedrig qualifizierte Arbeitnehmer in Brot und
Arbeit zu bringen. Tatsächlich seien "Einfachs-Arbeitsplätze ein für
allemal
verschwunden", mahnten die Seelsorger. Von einer Standortschwäche in
Deutschland zu reden, ist aus ihrer Sicht angesichts "riesiger deutscher
Exportüberschüsse" fehlt am Platze.
Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20031215t124439046.htm