Theologiestudenten fordern die Weihe von verheirateten Männern und von Frauen
München, 12.8.2002 (KNA). Katholische Theologiestudenten haben eine Aufhebung des Zölibats für Priester gefordert. Außerdem müsse das Amt für Frauen geöffnet werden, verlangte die "Arbeitsgemeinschaft Studierende der Katholischen Theologie in Deutschland" (AGT) am Montag in München. In der an die deutschen Bischöfe und den Vatikan gerichteten Erklärung heißt es, nur durch eine zeitgemäße Form des Priestertums könne dem Mangel wirksam begegnet werden.
In der Theologie herrsche "breite Zustimmung" darüber, dass die Ehelosigkeit nicht zum Wesen des Priesteramts gehöre, betonte die Arbeitsgemeinschaft. Wer dies leugne, spreche den unierten Kirchen, in denen viele Verheiratete den priesterlichen Dienst in vorbildlicher Weise verrichteten, die Rechtgläubigkeit ab. Die Studenten gaben zu bedenken, dass Ehen zwar scheitern könnten, aber das ehelose Leben auch. Viele Geistliche wendeten mehr Kraft auf für das Zurechtkommen mit dem Zölibat als für ihre eigentliche Aufgabe. Nicht nur die zölibatäre Lebensform, sondern auch die Ehe könnten Kraftquellen für diesen Dienst sein.
Die Gemeinschaft kritisierte außerdem, dass Gemeinden die Charismen von Frauen vorenthalten würden, die sich zum Priesteramt berufen fühlten. Eine Diskussion darüber dürfte nicht mit Mitteln wie dem Entzug der Lehrerlaubnis für Theologieprofessoren beendet werden.
12.8.02
Quelle: http://www.kiz-online.de/fs-ticker.html
Linkhinweis: http://www.agtheol.de