Abendmahl:
Kardinal Sterzinsky lädt Hasenhüttl zum Gespräch ein
Berlin, 11.6.2003 (KNA). Im Streit um die
Abendmahlsteilnahme hat der
Berliner Kardinal Georg Sterzinsky den Saarbrücker Priester Gotthold
Hasenhüttl zu einem Gespräch eingeladen. Die Pressestelle des Erzbistums
bestätigte am Mittwoch, dass Sterzinsky Hasenhüttl, der bei einem
Gottesdienst am Rande des Kirchentages in Berlin auch Protestanten zur
katholischen Eucharistie eingeladen hatte, für den kommenden Mittwoch (18.
Juni) zu einem Treffen in die Hauptstadt gebeten habe.
Der Kardinal wolle mit dem Theologen reden, ehe er über weitere Maßnahmen
entscheide, hieß es. Hasenhüttl wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern,
ob er die Einladung annehmen werde. Informierte Kreise berichteten jedoch,
der 69-Jährige wolle nicht nach Berlin reisen, sondern den Kardinal
seinerseits zu einem Gespräch bitten.
Der aus Graz stammende Geistliche, der bis zu seiner Emeritierung
Theologieprofessor in Saarbrücken war und dort noch als Priester wirkt,
hatte am Wochenende erklärt, er sehe möglichen Sanktionen gelassen entgegen.
Eine Abmahnung seines Bischofs würde er nicht akzeptieren. Sollte die Kirche
in seinem Handeln einen Akt des Ungehorsams sehen, könne er theoretisch auch
vom Priesteramt suspendiert werden. Als letzte Möglichkeit drohe die
Exkommunikation. Auf die Frage, ob ihn das treffen würde, sagte der
Geistliche: "Ich würde es ertragen."
Der 69-jährige Theologe räumte zugleich ein, die Bischöfe ständen vor einem
Dilemma: "Tun sie nichts, wird sich jeder Priester auf diesen
Präzedenzfall
berufen können. Unternehmen sie etwas gegen mich, haben sie 88 Prozent der
Katholiken gegen sich."
Quelle:
http://www.kna.de/webnews/kwn0_472prs865qylo/kwn0-20030611t161729031.htm