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13.3.2012 - Hannoversche Allgemeine Zeitung
Der Bischof wünscht keinen Ungehorsam


Von Michael B. Berger

Eine katholische Kirchengemeinde in Soltau wollte einen Reformer aus Österreich sprechen lassen – und bekam Druck vom Bistum Hildesheim. Die Veranstaltung fiel aus.

Hannover. Zu einem großangelegten "Dialogprozess" hat der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle seine Gemeinden eingeladen. Doch der Dialog hat Grenzen. Denn beim Wort "Ungehorsam" endet die Toleranz, des sonst der Welt so zugewandten Bischofs Norbert Trelle. Das hat jetzt der Kirchenvorstand der Soltauer Gemeinde St. Maria vom Heiligen Rosenkranz erfahren. Die Soltauer wollten den kirchenkritischen Wiener Pfarrer Helmut Schüller zu einer Podiumsdiskussion über die "Lebendige Gemeinde der Zukunft" einladen –wegen massiven Drängens aus Hildesheim wurde die Veranstaltung aber jetzt wieder abgesagt.

"Auf ausdrücklichen Wunsch von Bischof Trelle führen wir die Veranstaltung nicht durch", erklärte Christine Gevers, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Marien am Montag. Schüllers Vortrag sollte am 19. März als Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen in der 4000-Seelen-Gemeinde St. Maria dienen. Doch Generalvikar Werner Schreer habe in Telefonaten unmissverständlich klar gemacht, dass der Bischof einen Auftritt des Wieners in der Soltauer Gemeinde nicht dulden werde, heißt es. "Das war nur eine höfliche Bitte des Bischofs", sagt Bistumssprecher Michael Lukas."Es gab sehr deutliche Hinweise auf mögliche Konsequenzen", entgegnet Andres Wulfes, stellvertretendes Mitglied des Gemeinderates. Sie könnten bis zur Absetzung des Pfarrgemeinderates oder der Strafversetzung des Pfarrers gehen, heißt es in Soltau.

Der Wiener Priester Helmut Schüller hat in Österreich eine erstaunliche Karriere hinter sich. Der 60-jährige war sogar Generalvikar des Wiener Kardinals Christoph Schönborn, ist jetzt für ihn aber ein rotes Tuch. Spätestens seit dem letzten Sommer läuten bei Kirchenhierarchen auch in Deutschland die Alarmglocken. Da nahm der Monsignore ein Wort in den Mund, das für katholische Hierarchen als Aufruf zum Aufruhr gilt – das Wort "Ungehorsam".

Die rund 400 Priester, die die Initiative unterstützen, sollten ihren "seit Jahrzehnten praktizierten stillen Ungehorsam nun in einen ehrlichen, offenen Ungehorsam umwandeln", forderte Schüller. Die Pfarrerinitiative spreche nur aus, was viele Geistliche ohnehin praktizierten: Sie lasse Laien predigen, verabreiche die Kommunion auch an Geschiedene und fordere die Zulassung von Frauen fürs Priesteramt. Das aber passt der Bistumsleitung nicht. Der von Bischof Trelle gewünschte Dialog setze "gegenseitigen Respekt voraus und die Bereitschaft aufeinander zu hören", erklärt Bistumssprecher Lukas: "Ein Priester aber, der offen zum Ungehorsam gegenüber der Kirche aufruft, lässt diesen Respekt vermissen."





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