Juni 2012 - Ja - die neue Kirchenzeitung.online

Erste Jahresversammlung der US-Reformpriester aus 55 Diözesen sieht österreichische Initiative als

Vom 11. bis 14. Juni 2012 hielt die „Vereinigung katholischer Priester der USA“ (Association of U.S. Priests – AUSCP) an der St Leo Universität, Florida, ihre erste Jahresversammlung ab. Die AUSCP wurde im August 2011 gegründet und hat mittlerweile ca. 600 Mitglieder. Zu der fünftägigen Versammlung waren 250 Teilnehmer aus 55 Diözesen gekommen. Als Vertreter der österreichischen Pfarrer-Initiative nahm der Wiener Pfarrer Hans Bensdorp teil. Sein Bericht:

„Gleich zu Beginn der Tagung sollte ich von der österreichischen Pfarrer-Initiative berichten. Die Tätigkeit der PI wurde mit großem, nicht endend wollendem Applaus bedacht. Man sieht die Pfarrer-Initiative als Vorbild und hofft, dass es gelingt eine ähnliche Bewegung in den U.S.A. zu werden. Auch in den Pausen wurde ich immer wieder in Gesprächen nach der Arbeitsweise der PI gefragt und gebeten, den Dank für die Pfarrer-Initiative nach Österreich zu bringen. Natürlich gab es in der Tagesordnung eine Menge Grundsatzentscheidungen zu fällen, die notwendig sind, um nach US-Recht eine Vereinigung zu gründen.


Im Mittelpunkt standen aber zwei Themen zu denen profilierte Referenten eingeladen waren: Der Benediktinerpater Anthony Ruf hielt einen ausgezeichneten Vortrag über die Entstehung und die Probleme mit der neuen Übersetzung der Messtexte, die seit Advent 2011 gültig sind und in allen englischsprachigen Ländern verwendet werden müssen.

Aus dem Vortrag und der Diskussion konnte man klar erkennen, dass diese Texte sehr problematisch sind. Es herrscht Trauer, Wut ja man könnte sagen Verzweiflung weil diese Texte, die von Rom angeordnet wurden so schlecht übersetzt sind und zum Teil so schwer verständlich sind, dass man beim Messe feiern verzweifelt und sie kaum vernünftig verwenden kann.

Nebenbei bemerkt: hoffentlich gelingt es den deutschsprachigen Bischöfen die beabsichtigte Einführung solcher Texte zu verhindern. Prof. Richard Gaillardez sprach über das Zweite Vatikanische Konzil und über die Frage, wie die Themen des Konzils weiterentwickelt werden können. Die Diskussionen waren von großem Engagement getragen.


AUSCP- Jahresversammlung Foto: Bensdorp.

Jeden Nachmittag gab es auch Workshops in denen über die verschiedensten pastoralen Themen beraten wurden. Der emeritierte Erzbischof Rembert Weakland – zuvor Abtprimas des Benediktinerordens - hat auch sehr engagiert mitgearbeitet (Die AUSCP steht auch Bischöfen offen; bisher ist er aber der einzige Teilnehmer). Insgesamt war ich sehr angetan von der Herzlichkeit der Amerikaner. Noch mehr aber von ihrem Engagement und ihrer Sorge um die Kirche. In einigen Jahren wird das sicher eine Gruppe, die in den U.S.A. sehr beachtet werden wird!“ Die St. Leo Universität, gegründet 1889 von Benediktinern ist nach einer Auflistung von „U.S. News & World Report´s“ die beste von 118 regionalen Universitäten im Süden der USA. Sie zählt derzeit 15.000 Studierende.

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Zuletzt geändert am 17­.06.2012