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20.10.2010 - Augsburger Allgemeine
Neuanfang in der Diözese Augsburg


Es ist einer der schwierigsten Posten, den die katholische Kirche in Deutschland derzeit zu bieten hat: Konrad Zdarsa tritt am Samstag (23. Oktober) sein neues Amt als Bischof von Augsburg an - und damit die Nachfolge des zurückgetretenen Oberhirten Walter Mixa.

Augsburg (dapd-bay). Der 66 Jahre alte Zdarsa, bislang Bischof von Görlitz, steht damit vor der schwierigen Aufgabe, die tiefen Gräben zu überwinden, die in den vergangenen Monaten zwischen Anhängern und Gegnern des streitbaren Bischofs Mixa entstanden sind.

Angesichts der angespannten Lage in der Diözese bekommen die Gläubigen ihren neuen Bischof ungewöhnlich schnell: Schon die Entscheidung über Mixas Rücktrittsgesuch wegen der Untreue- und Prügelvorwürfe hatte Papst Benedikt XVI. für Vatikan-Verhältnisse außerordentlich rasch gefällt, die Ernennung des Nachfolgers erfolgte geradezu im Eiltempo: Gerade einmal zwei Monate nach der Annahme von Mixas Rücktritt wurde Zdarsa im Juli als neuer Bischof präsentiert. Zum Vergleich: Nach dem altersbedingten Amtsverzicht von Bischof Viktor Josef Dammertz im Sommer 2004 dauerte es mehr als 13 Monate, bis der Vatikan den Namen seines Nachfolgers Mixa verkündete, die Diözese Eichstätt musste anschließend sogar 15 Monate auf einen neuen Oberhirten warten.

Der Vorsitzenden des Augsburger Diözesanrats der Katholiken, Helmut Mangold, schwärmt noch heute von der raschen Papst-Entscheidung. 'Das war ja sensationell', betont er. Damit sei verhindert worden, dass sich die Gräben im Bistum noch vertieften. Den künftigen Bischof bedenkt Mangold nach anfänglicher Skepsis mittlerweile mit vielen Vorschusslorbeeren: Er habe von Zdarsa einen 'sehr positiven' Eindruck. 'Er ist ein sehr kommunikativer Mensch, mit dem man über alles zunächst mal reden kann, der Anliegen offen aufnimmt und dem auch ein gelegentlicher Witz bei einem Gespräch nicht fremd ist', schildert Mangold. Zdarsa stehe mit beiden Füßen auf dem Boden.

Ganz im Gegensatz zu Mixa, der in den vergangenen Jahren wiederholt durch zugespitzte Äußerungen für Wirbel gesorgt hatte, ist Zdarsa in öffentlichen Debatten bisher kaum aufgefallen. 'Er ist keiner, der sich nach vorn drängt, aber er ist wach im Geist. Er ist keiner, der zu allem seine Meinung sagen muss in der Öffentlichkeit, aber es ist doch einer, der eine dezidierte Meinung zu den verschiedenen Themen hat', charakterisierte der Augsburger Weihbischof Josef Grünwald den 66-Jährigen nach der Ernennung im Sommer. Theologisch gilt Zdarsa dabei aber als eher konservativ.

Deutlich zurückhaltender als Mangold äußert sich die Bewegung 'Wir sind Kirche' über den neuen Augsburger Bischof. Man könne für die Diözese nur hoffen, dass es dem neuen Bischof gelinge, dass die 'tiefen Spaltungen' im Bistum überwunden werden 'und die Kirche sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben, nämlich dem Dienst am Evangelium und dem Dienst am Menschen, widmen kann', sagt Christian Weisner vom 'Wir sind Kirche'-Bundesteam. Er könne nur hoffen, 'dass Rom diesesmal eine bessere Hand bewiesen hat' als mit Mixa vor fünf Jahren.

Mit Zdarsa bekommt Augsburg einen Ur-Sachsen als neuen Bischof. Am 7. Juni 1944 in Hainichen zwischen Dresden und Chemnitz als siebtes Kind seiner Eltern geboren, verbrachte er fast sein gesamtes Arbeitsleben im Dienst der Kirche in Sachsen. 1974 wurde er in Dresden zum Priester geweiht, 1982 promovierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Wenige Jahre später wurde er Pfarrer in Freital. Nach dem Ende der DDR wechselte Zdarsa nach Chemnitz, später dann ins Bistum Dresden-Meißen als Generalvikar und Leiter der Personalabteilung. Zum Bischof wurde er am 23. Juni 2007 in der Görlitzer Kathedrale St. Jakobus geweiht. Anders als Augsburg ist Görlitz für die katholische Kirche tiefste Diaspora. Nur knapp vier Prozent der Menschen sind Katholiken, die aufgrund der Ausdehnung auch nur schwer zu erreichen sind.

Als Leitspruch für sein Bischofsamt wählte er: 'Denn Er ist unser Friede.' Ein Motto, das ihm an seiner neuen Wirkungsstätte helfen könnte. Mangold zeigt sich jedenfalls zuversichtlich, dass die Diözese schnell befriedet wird. Seit Mixas völligem Rückzug aus der Öffentlichkeit habe sich die Lage im Bistum deutlich beruhigt. Zdarsa stehe in Augsburg zweifelsohne vor einer Herausforderung, 'aber vielleicht ist sie deutlich kleiner geworden, als wir alle vermutet haben'.

dapd

http://www.ad-hoc-news.de/neuanfang-in-der-dioezese-augsburg--/de/News/21672054





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