Bischof Erwin Kräutler 75

Wir sind Kirche gratuliert Dom Erwin Kräutler zum 75. Geburtstag (12. Juli 2014)

Pressemitteilung

Am 12. Juli 2014 vollendet Dom Erwin Kräutler sein 75. Lebensjahr. Die österreichische Plattform und die deutsche KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche gratulieren dem vielgeehrten Bischof am Xingu (der flächenmäßig größten Diözese Brasiliens) und unermüdlichen Kämpfer für Lebensrecht und Würde der Indios und der armen Landbevölkerung seiner riesigen Diözese ganz herzlich.

Aus Koblach, einem kleinen Dorf im österreichischen Vorarlberger Rheintal stammend, verspürte der junge Pater aus dem Orden vom Kostbaren Blut schon früh den Ruf, Missionar zu werden. Die Ordensoberen schickten ihn schließlich nach Brasilien, nach Amazonien, wo schon sein Onkel Bischof gewesen war. Sprache, Land und Leute waren ihm anfänglich gänzlich fremd. In seiner offenen Art hat er jedoch sehr schnell gelernt, sodass er heute nicht nur auf dem Papier neben der österreichischen auch die brasilianische Staatsbürgerschaft hat, sondern von den Menschen am Xingu als einer der Ihren angenommen und ins Herz geschlossen wurde.

Er will nicht ein Bischof in seiner Residenz, sondern ein Bischof bei den Menschen sein. Auf wochenlangen Bootsreisen besucht er regelmäßig die Gemeinden seiner großen Diözese, für die ihm nur 27 Priester zur Verfügung stehen. Dabei leiht er den Menschen sein Ohr nicht nur in der Beichte, sondern auch für ihre Klagen über Ungerechtigkeit und Unterdrückung, und er scheut sich keineswegs, öffentlich gegen Unterdrücker und ungerechte Strukturen aufzutreten. Bekannt ist sein Eintreten gegen den Bau des für viele lebensbedrohenden Belo-Monte-Staudammes. Er ist ein unbequemer Bischof, wenn es um das Heil der ihm Anvertrauten geht. Das hat ihm bereits Todesdrohungen eingebracht, sodass er unter ständigen Polizeischutz gestellt werden musste.

Auch in seiner Kirche mahnt er unerschrocken notwendige Reformen ein. Besonders bedrückt ihn, dass so vielen Gemeinden das Feiern der Eucharistie infolge des Priestermangels und der unverändert starren Zugangsbestimmungen zum Priesteramt unmöglich gemacht wird.

Gefragt, was ihm die Kraft für seinen Einsatz gibt, spricht er von seinem tiefen Glauben an die Zärtlichkeit Gottes, die jeden Menschen umfängt.

So ist er auch in Europa zu einem Hoffnungsträger geworden, der eine bescheidene, solidarische Kirche auf dem Weg mit dem wandernden Volk Gottes verkörpert, wie viele sie ersehnen. Im Jahre 2010 wurde er für seinen Einsatz für die Menschenrechte der Indios und die Erhaltung des tropischen Regenwaldes im Amazonas-Gebiet mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Dom Erwin, Wir sind Kirche dankt Ihnen für Ihr beispielgebendes Lebenswerk und wünscht Ihnen noch viele Jahre in guter Gesundheit und Freude an Ihrem Hirte- und Wächter-Sein.

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Buchtipps:
Erwin Kräutler: Kämpfen, glauben, hoffen: Mein Leben als Bischof am Amazonas. Vier Türme (12. September 2011)
Erwin Kräutler: Mein Leben für Amazonien. Tyrolia (Mai 2014)

Zuletzt geändert am 08­.07.2014